Großbritannien prüft einem Bericht der Zeitung „The Telegraph“ zufolge die Entsendung Tausender Abfangdrohnen in den Nahen Osten. Demnach untersuchen Militärvertreter, ob das Abfangdrohnensystem „Octopus“ zur Verteidigung gegen iranische „Shahed“-Drohnen eingesetzt werden kann. Das System wird in Großbritannien für den Einsatz der Ukraine gegen Russland hergestellt.<BR /><BR />Unterdessen machte der Iran eine Ausnahme von der Hormuz-Blockade und erlaubte zwei indischen Schiffen die Durchfahrt. 22 weitere Schiffe lägen noch westlich der Seestraße, teilte die indische Regierung mit. Durch die Meerenge vor der Küste des Iran werden rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransports auf dem Seeweg abgewickelt.<h3> „Insel nur zum Spaß treffen“</h3>Trump hat zudem mit weiteren Angriffen auf die iranische Insel Kharg gedroht. Die USA könnten die Insel „nur zum Spaß noch ein paar Mal treffen“, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender NBC News. Die bisherigen US-Angriffe hätten den größten Teil der Insel „total zerstört“. Trump zeigte sich zugleich offen für eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Konflikts. Er sei jedoch noch nicht bereit, ein Abkommen mit dem Iran zu schließen, da „die Bedingungen noch nicht gut genug sind“. Berichte über den Tod des neuen obersten Führers des Iran nannte Trump „ein Gerücht“.<BR /><BR />Trump zufolge wurde außerdem ein US-Stützpunkt in Saudi-Arabien vor einigen Tagen bei einem Angriff getroffen. Vier der fünf dort stationierten Tankflugzeuge hätten aber „praktisch keinen Schaden“ davongetragen. Sie seien bereits wieder im Einsatz.<BR /><BR />Israels Verteidigungsminister Israel Katz sah unterdessen den Schlüsselmoment im Konflikt mit Teheran gekommen. Der Kampf intensiviere sich und gehe in die „entscheidende Phase“ über, sagte Katz nach Angaben seines Büros. Genaue Zeitangaben machte er nicht. Katz fügte lediglich hinzu, diese Phase werde so lange dauern, wie nötig. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung im Iran zum Widerstand gegen die Führung in Teheran auf.<h3> 400 Angriffswellen in zwei Wochen</h3>Die israelische Armee teilte am Samstag mit, dass sie in den ersten beiden Wochen des Krieges 400 Angriffswellen mit jeweils zahlreichen Kampfjets auf den Iran geflogen habe. Hauptziele im Zentrum und Westen des Irans seien Anlagen für Raketenstarts und Verteidigungsanlagen gewesen. Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 200 Ziele bombardiert worden. Dabei seien Dutzende Abschussrampen für ballistische Raketen getroffen worden, von denen einige für Angriffe auf Israel vorbereitet gewesen sein sollen. Zudem seien Luftverteidigungssysteme und Waffenlager angegriffen worden. Der Iran berichtete, dass bei einem Angriff in der Stadt Isfahan 15 Menschen in einer Fabrik ums Leben gekommen seien.<BR /><BR />Allerdings scheinen Israel im Kampf gegen den Iran die Abfangraketen auszugehen. Israel habe die USA in dieser Woche darüber informiert, dass die Bestände an Abfangsystemen für ballistische Raketen einen kritischen Tiefstand erreicht hätten, berichtet das Nachrichtenportal „Semafor“ unter Berufung auf US-Vertreter. Den USA sei das Problem seit Monaten bekannt. In den US-Beständen hingegen herrsche kein Mangel.<BR /><BR />Wie Al Jazeera berichtete, wurde ein Flugabwehrsystem bei der US-Botschaft in Bagdad getroffen. Zu der Attacke bekannte sich bis dato niemand. Nach dem Angriff rief die US-Botschaft alle US-Bürger auf, den Irak umgehend zu verlassen.<h3> Lage in Nahen Osten</h3>Auf den internationalen Flughafen von Bagdad ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Samstagabend ein Drohnenangriff verübt worden, durch den ein großes Feuer ausgelöst wurde. Die Drohnen hätten einen Militärstützpunkt auf dem Flughafen im Visier gehabt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP. Sie seien aber abgefangen und kurz vor dem Flughafenkomplex zum Absturz gebracht worden.<BR /><BR />Das saudische Verteidigungsministerium meldete am Abend den Abschuss von sechs ballistischen Raketen im Gouvernement al-Chardsch. Zu Verletzten oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Im Laufe des Tages waren den Angaben nach auch mehrere Drohnen vor allem im Osten des Landes abgefangen worden.<BR /><BR />Weiters wurde das Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate in der autonomen Kurdenregion im Nordirak angegriffen. Zwei Sicherheitskräfte wurden dabei verletzt, hieß es. Nach einem Drohnenangriff auf die Raffinerie Lanaz in der nordirakischen Stadt Erbil wurde dort der Betrieb ausgesetzt. Ein durch den Angriff ausgelöster Brand sei inzwischen unter Kontrolle, teilten Vertreter des Ministeriums für Bodenschätze der kurdischen Regionalregierung mit.<BR /><BR />Behörden im Emirat Fujairah teilten am Samstag mit, die Luftabwehr habe eine Drohne abgefangen. Durch herabfallende Trümmer sei ein Brand ausgebrochen. Dabei sei ein jordanischer Staatsbürger leicht verletzt worden. Auch der internationale Flughafen von Kuwait wurde am Samstagabend erneut mit Drohnen angegriffen. Laut der Luftfahrtbehörde gab es aber keine Verletzten. Das Radarsystem des Flughafens wurde jedoch beschädigt.<BR /><BR />Das Verteidigungsministerium von Katar teilte am Abend auf X mit, im Laufe des Tages sei man Angriffen mit vier ballistischen Raketen und einer Anzahl von Drohnen aus dem Iran ausgesetzt gewesen. Die Streitkräfte hätten alle Drohnen und Raketen abfangen können.<BR /><BR />Der Iran drohte indes mit Attacken auf US-Ziele in den Arabischen Emiraten. Zudem wurden Angriffe auf US-Unternehmen in der Region in Aussicht gestellt, sollte die iranische Energieinfrastruktur ins Visier genommen werden.<BR /><BR />Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel wurden in der Stadt Eilat im Süden des Landes zwei Menschen verletzt. Ein zwölfjähriger Bub sei verletzt, ein 39 Jahre alter Mann sei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. In der Stadt gab es mehrere Einschläge von Raketen- und Trümmerteilen.<h3> Schweiz lehnt Überfluggesuch ab</h3>In Eilat - vor allem bei Israelis und vor dem Krieg auch bei ausländischen Touristen als Urlaubsort am Roten Meer beliebt - waren seit Kriegsbeginn im Vergleich zum Zentrum und Norden des Landes wenige Angriffe aus dem Iran gemeldet worden. Nach Angaben des israelischen Fernsehsenders N12 heulten in Eilat am Samstag zweimal die Sirenen wegen Raketenalarmen.<BR /><BR />Der iranische Außenminister Abbas Araqchi trat indes Spekulationen über den gesundheitlichen Zustand des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei entgegen. Araqchi sagte im Interview mit MS Now, es gebe „kein Problem“ mit Khamenei. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Freitag gesagt, Khamenei sei verwundet und wahrscheinlich entstellt worden.<BR /><BR />Die Schweiz lehnte nach eigenen Angaben zwei Überfluggesuche der USA im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg ab. Drei weitere Gesuche seien genehmigt worden, teilte die Schweizer Regierung am Samstag mit. Sie begründete die Ablehnungen mit der Neutralität des Landes. Demzufolge seien Überflüge von Konfliktparteien verboten, die einem militärischen Zweck dienten. Erlaubt seien hingegen humanitäre und medizinische Transporte sowie Flüge ohne Konfliktbezug.