Trump ließ offen, welche konkreten Schritte er meint. Der US-Präsident hat wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die Insel einverleiben wollen – was die europäischen NATO-Partner vehement ablehnen. Bereits zuvor hatte Trump gewarnt, dass sonst Russland oder China das strategisch wichtige Territorium in der Arktis übernehmen würden. Grönland ist weitgehend autonom und gehört zum Staatsgebiet des NATO-Mitglieds Dänemark.<BR /><BR /><b>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab!</b><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="424685" data-version="v2"></div></div> <BR /><BR />Am Samstag hatte Trump Strafzölle gegen Deutschland und weitere NATO-Länder angekündigt. Anstoß hatte er unter anderem an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland genommen. Seither befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmaßnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.<h3> „Schuss ins eigene Knie“</h3>Aus Sicht der früheren deutschen Außenministerin und jetzigen Präsidentin der UNO-Vollversammlung, Annalena Baerbock, schaden sich die USA durch Trumps Vorgehen auch selbst. Was Trump gerade tue, sei „auch ein absoluter Schuss ins eigene wirtschaftliche Knie“, sagte Baerbock am Montag im Deutschlandfunk. „Die USA sind heftigst verschuldet, haben ein absolutes Interesse daran, weiteren Handel zu treiben.“ Baerbock griff eine Trump-Parole auf und sagte: „'America first' bedeutet 'America alone'.“ <BR /><BR />Sie verwies darauf, dass auch die Charta der Vereinten Nationen Wirtschafts- und Finanzsanktionen ermögliche. Die Europäer sind der größte Binnenmarkt der Welt. Wenn die Europäer gemeinsam mit anderen Staaten auf dieser Welt diese Dinge beschließen, dann hat das natürlich einen massiven Effekt.„<BR /><BR />Mit Blick auch auf Russlands Krieg in der Ukraine sagte Baerbock, wenn Trump in Grönland Erfolg habe, “dann könnte in Zukunft kein Land auf dieser Welt mehr ruhig und in Frieden schlafen„. Die internationale Ordnung sei unter Attacke. Die Grüne Politikerin erklärte, Russland und China hätten als ständige Mitglieder des Sicherheitsrats die Aufgabe, den Weltfrieden zu sichern. “Wenn ausgerechnet diese beiden die Regeln des Weltfriedens nicht ernst nehmen, dann ist es an allen, jetzt sehr klarzumachen, dass sie geschlossen zusammenstehen.„<h3> Stocker: „Werden als EU stark und selbstbewusst auftreten“</h3>Auch Österreich hat sich gegen die Erpressungspolitik von US-Präsident Donald Trump in Sachen Grönland gewandt. Die EU müsse „selbstbewusst und geschlossen reagieren“, betonte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) am Montag gegenüber der APA. „Wir müssen uns auf unsere wirtschaftliche Stärke konzentrieren und die Nutzung aller zur Verfügung stehenden Instrumente in Betracht ziehen.“ Er will sich in den nächsten Tagen mit seinen EU-Amtskollegen in Davos und Brüssel „eng abstimmen“.<BR /><BR /><b>„Souveränität und territoriale Integrität sind ausnahmslos von allen zu respektieren“</b><BR /><BR />Stocker bekräftigte gegenüber der APA die „volle Solidarität und Unterstützung für Dänemark und Grönland“. „Die Souveränität und territoriale Integrität sind ausnahmslos von allen zu respektieren. Entscheidungen über die Zukunft Grönlands dürfen und können nicht über die Köpfe der Menschen in Grönland und Dänemark hinweg getroffen werden“, unterstrich der Bundeskanzler.<BR /><BR />Seitens der EU liege der Fokus „auf Dialog und Deeskalation“. „Gleichzeitig werden wir unsere Werte verteidigen und entschieden für unsere Interessen eintreten. Als größter Binnenmarkt der Welt können und werden wir als EU stark und selbstbewusst auftreten.“, so Stocker. Zuvor hatte bereits sein Stellvertreter Andreas Babler (SPÖ) dafür plädiert, dass die Europäische Union zur Verteidigung Grönlands ihr wirtschaftspolitisches Gewicht in die Waagschale wirft. Konkret brachte er etwa Maßnahmen gegen große US-Technologiekonzerne und gegen Agrarprodukte ins Spiel, um die Unterstützer Trumps zu treffen.