Mittwoch, 04. Dezember 2019

Trump und Erdogan treffen sich zum Gespräch

Am Rande des NATO-Gipfels in Großbritannien ist US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen. Das Treffen sei „sehr produktiv“ verlaufen, teilte ein Sprecher des türkischen Präsidialamts im Onlinedienst Twitter mit.

Das Treffen von Trump und Erdogan war zuvor nicht angekündigt worden.
Das Treffen von Trump und Erdogan war zuvor nicht angekündigt worden. - Foto: © APA/afp / PETER NICHOLLS

Das Weiße Haus bestätigte das Treffen, das zuvor nicht angekündigt worden war. Die USA und die Türkei stehen bei den europäischen NATO-Verbündeten derzeit massiv in der Kritik. Grund ist deren Politik in Nordsyrien: Trump hatte ohne Abstimmung mit den Alliierten den Abzug der US-Truppen aus dem Gebiet veranlasst, woraufhin die türkische Armee zusammen mit verbündeten, teils islamistischen Milizen in das Kurdengebiet einmarschieren konnten.

Zuvor galten die kurdischen Milizen in Nordsyrien als enge Verbündete des Westens im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte das unabgestimmte Vorgehen der beiden Länder zum Anlass genommen, um der NATO den „Hirntod“ zu bescheinigen.

„Äußerst ergiebiges“ Treffen

Die beiden Staatschefs hätten darüber gesprochen, wie wichtig es sei, dass die Türkei ihre Bündnisverpflichtungen erfülle, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Weißen Hauses. Zudem sei es um ein bilaterales Handelsabkommen, regionale Sicherheitsfragen und Energiesicherheit gegangen. Es habe sich um ein „äußert ergiebiges“ Treffen gehandelt, schrieb Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun am Mittwoch auf Twitter und teilte ein Foto des Gesprächs.



Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt, unter anderem weil die Türkei im Sommer von Russland das Raketenabwehrsystem S-400 bezogen hatte. Die US-Regierung befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangt.

Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Wegen des Rüstungsdeals mit Moskau haben die USA den NATO-Partner aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Vergangene Woche hatte die Türkei die Raketenabwehr getestet.
Erdogan und Trump hatten sich zuletzt Mitte November in Washington getroffen. Trotz zahlreicher Streitpunkte hatte Trump Erdogan dabei gelobt. Auch am Dienstag sagte er auf dem NATO-Gipfel, er habe eine „sehr gute“ Beziehung zu der Türkei und zu Erdogan.

apa/afp/dpa