Dienstag, 17. November 2020

Trump zieht weitere Truppen aus Afghanistan und dem Irak ab

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump den Abzug weiterer US-Truppen aus Afghanistan und dem Irak angeordnet.

US-Soldat in Afghanistan.
US-Soldat in Afghanistan. - Foto: © APA (Archiv/AFP) / OLIVIER DOULIERY
Bis zum 15. Jänner werde die Zahl der Soldatinnen und Soldaten auf jeweils auf etwa 2500 reduziert, erklärte der geschäftsführende Verteidigungsminister Christopher Miller am Dienstag (Ortszeit) im Pentagon. Der Teilabzug würde damit unmittelbar vor der Amtseinführung des gewählten Präsidenten Joe Biden am 20. Jänner umgesetzt.

Das Verteidigungsministerium machte keine Angaben dazu, wie viele US-Soldaten derzeit noch in Afghanistan und im Irak stationiert sind. US-Medien zufolge sind es 4500 in Afghanistan und 3000 im Irak. Miller erklärte, die USA träten in eine neue Phase im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Er habe internationale Verbündete informiert, darunter NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Afghanistans Präsident Ashraf Ghani.

Kritik von Demokraten

Führende Demokraten kritisierten die Ankündigung als politisch motiviert und sprachen von übereilten Abzugsplänen. „Wir können es uns nur schwer leisten, die hart erkämpften Fortschritte bei den Themen Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Regierungsführung in Afghanistan zu verlieren“, warnte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

Die Senatorin und Irak-Veteranin Tammy Duckworth erklärte, die Entscheidung eines Abzugs müsse „sorgfältig geplant und sicher durchgeführt werden“. Mit der jüngsten Entscheidung fielen die USA den Verbündeten in den Rücken und setzten womöglich sowohl den Friedensprozess aufs Spiel als auch die US-Truppen größerer Gefahr aus, erklärte die Senatorin.

apa