Die Beziehung zwischen der klinischen Psychologin und ihrem berühmten Onkel ist seit Jahren zerrüttet. Seit 2017 herrscht Funkstille, zwischenzeitlich forderte der US-Präsident mittels Klage 100 Millionen Dollar von seiner Nichte. <BR /><BR />In dem Gespräch mit dem „Corriere della Sera“ analysiert Mary Trump den mächtigsten Mann der Welt nun mit schonungsloser Härte.<h3> Das Muster hinter den Attacken auf Meloni</h3>Dass Donald Trump in den vergangenen Tagen scharf gegen die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schoss, kommt für seine Nichte wenig überraschend. „Donald ist ein Misogyniker. Er respektiert Frauen nicht, besonders nicht jene, die Stärke zeigen“, so die Psychologin.<BR /><BR />Hinter Trumps Spitzen gegen die Ministerpräsidentin ortet sie vor allem Verzweiflung. Nach dem für die USA politisch isoliert verlaufenen G7-Gipfel und dem desaströsen Iran-Krieg habe Meloni – die früher als Verbündete galt – sichtlich Distanz zu Washington gesucht. Für Trump ein unverzeihlicher Bruch seines absoluten Loyalitätsanspruchs.<BR /><BR /> „Er ist der schwächste Mensch, den ich je getroffen habe. Er verliert zunehmend die Kontrolle über sich selbst und über sein eigenes Image“, erklärt Mary Trump. Wenn er auf der Weltbühne gedemütigt werde, schalte er sofort auf seinen gelernten Abwehrmodus: Er erfinde Unwahrheiten und projiziere seine eigenen Fehler auf andere. „Es wird immer offensichtlicher, dass er nicht weiß, was er tut, und er verursacht Katastrophen, aus denen er nicht mehr herauskommt. Diese Erkenntnis macht ihn verzweifelt“, so die Nichte.<h3> Harte Diagnose: Untherapierte Störungen und Alzheimer-Verdacht</h3>Als Fachfrau spricht Mary Trump im Interview von einem massiven geistigen und emotionalen Abbau des US-Präsidenten. „Er befindet sich in einem schweren kognitiven Verfall. Sein Vater, mein Großvater, hatte Alzheimer. Ob es nun das ist oder etwas anderes: Geistig stimmt da etwas ganz und gar nicht.“<BR /><BR />Diese Situation verschärfe sich in Trumps zweiter Amtszeit dramatisch. Seit Jahrzehnten leide er unter untherapierten psychischen Störungen, die im Alter naturgemäß schlimmer würden. <BR /><BR />Seine Nichte beschreibt den US-Präsidenten als ein „schwarzes Loch der Bedürfnisse“. Er gieße sich in astronomischen Luxus – wie eine jüngste, 60 Millionen Dollar teure Geburtstagsparty –, um ein inneres Vakuum zu füllen. Da er selbst unfähig sei, Empathie oder Liebe zu empfinden, bleibe er psychisch isoliert und unberechenbar.<h3> Warnung vor politischer Naivität</h3>Scharfe Kritik übt die Präsidenten-Nichte an europäischen Spitzenpolitikern, die in der Vergangenheit versucht hatten, Trump durch Zugeständnisse zu besänftigen. Dies sei der völlig falsche Ansatz: „Er ist ein klassischer Schulhof-Bully. Wenn man vor ihm einknickt, macht ihn das nur stärker.“ Die einzige Sprache, die er verstehe, sei eine geschlossene, kompromisslose Front.<BR /><BR />Ihre abschließende Warnung für die kommenden Jahre ist düster: Im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit sei Trump heute nicht mehr von Beratern umgeben, die ihn im Zaum halten, sondern von Ja-Sagern. „Donald ist ein Nihilist. Ihm ist völlig egal, was mit der Welt passiert. Wenn er das Gefühl hat, dass er untergeht, wird er versuchen, uns alle mitzureißen.“