<BR /><b>STOL: Herr Tschenett, eigentlich wollte die Regierung die autonomistische Anhebung des Renteneintrittsalters stoppen. Nun schaut es aber so aus, als ob wir ab dem Jahr 2027 doch länger arbeiten müssten …</b><BR />Tony Tschenett: Das stimmt. Es handelt sich aller Voraussicht um zwei oder drei Monate. Die Regierung will das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung anpassen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71896454_quote" /><BR /><b><BR />STOL: Sie gehen also davon aus, dass das Realität wird?</b><BR />Tschenett: Ja, ich denke schon. Das große Problem ist aber nicht das Eintrittsalter, sondern ein anderes …<BR /><BR /><b>STOL: Nämlich?</b><BR />Tschenett: Die Erfahrung aus der Vergangenheit lehrt uns, dass parallel zur Anpassung des Renteneintrittsalters meistens auch an den Koeffizienten herumgewerkelt wird und sich damit die Rente verringert.<BR /><BR /><b>STOL: Konkret?</b><BR />Tschenett: Konkret würde das bedeuten, dass der Gesetzgeber sagt, entweder ihr bleibt länger, oder ihr bekommt weniger Rente, auch wenn die Voraussetzungen für den Renteneintritt gegeben wären. Und das bleibt dann lebenslang so.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71896455_quote" /><BR /><BR /><b>STOL: Die niedrigere Rente wird also nicht mehr angepasst, auch wenn man das neue Renteneintritts-Soll erreicht?</b><BR />Tschenett: So ist es. Das wird aber nicht kommuniziert. Es wird immer nur über das Renteneintrittsalter gesprochen, nicht aber über die niedrigere Rente, die wir bekommen, sollte meine Befürchtung wahr werden.<BR /><BR /><b>STOL: Was sagen Sie dann zur geplanten Reform der römischen Regierung?</b><BR />Tschenett: Als Gewerkschaft werden wir immer gegen ein nach hinten verschobenes Renteneintrittsalter sein. Aber die viel größere Gefahr lauert im Umstand, dass eventuell an den Koeffizienten herumgedoktert wird. Die Leute sollen sich vor Renteneintritt umfassend informieren, denn die Kommunikation seitens der zuständigen Stellen lässt erfahrungsgemäß zu wünschen übrig.