Freitag, 14. August 2020

Türkei droht Griechenland im Gasstreit – Schweiz will vermitteln

Die Schweiz will im Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer vermitteln. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Freitag bei einem Besuch in Bern, sein Land stimme dem Angebot grundsätzlich zu.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu stimmt dem Angebot der Schweiz grundsätzlich zu.
Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu stimmt dem Angebot der Schweiz grundsätzlich zu. - Foto: © APA/afp / ADEM ALTAN
Griechenland fordert Cavusoglu auf, von weiteren Provokationen des türkischen Explorationsschiffes abzusehen, das in der umstrittenen Region nach Gas- und Ölvorkommen sucht ( STOL hat berichtet).

Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte mit Vergeltung, sollte das Schiff attackiert werden. Inmitten der wachsenden Spannungen sind offenbar kürzlich 2 Kriegsschiffe beider Seiten in der Region kollidiert. Dies schürte die Furcht vor einer kriegerischen Auseinandersetzung.

„Mini-Kollision“ und „Unfall“

Zu der Kollision der Kriegsschiffe am Mittwoch hieß es in Kreisen des griechischen Verteidigungsministeriums, es sei ein Unfall und lediglich eine Mini-Kollision gewesen. Eine Fregatte, die das türkische Explorationsschiff beobachten sollte, sei einer türkischen Fregatte aus der Begleiteskorte in die Quere gekommen. Das griechische Schiff habe versucht einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden und habe mit dem Bug das Heck der türkischen Fregatte tuschiert. Die griechische Fregatte sei nicht beschädigt worden.

Streit um Öl im östlichen Mittelmeer

Die NATO-Partner Türkei und Griechenland streiten seit längerem über Gebietsansprüche im östlichen Mittelmeer und die darunter vermuteten Gas- und Öl-Vorkommen. Unterstützt wird Griechenland von Frankreich. Beide Länder hielten am Donnerstag demonstrative gemeinsame Manöver im Mittelmeer ab.

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

apa/reuters