Donnerstag, 20. Februar 2020

Türkei sieht Zeichen für Entspannung mit Russland

Die Türkei und Russland nähern sich laut Ankara nach der jüngsten Eskalation in Syrien wieder an.

Die Gespräche zwischen der Türkei und Russland werden laut dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu intensiviert.
Die Gespräche zwischen der Türkei und Russland werden laut dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu intensiviert. - Foto: © APA (Archiv/dpa) / Tobias Hase
Beide Länder würden ihre bilateralen Gespräche in den kommenden Tagen intensivieren, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Donnerstag dem Sender TRT. Ein Vertreter der türkischen Regierung erklärte, es werde die Möglichkeit gemeinsamer Patrouillen in der Region diskutiert.

Am Mittwoch hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angesichts der von Russland unterstützten Offensive der syrischen Armee gegen die Rebellenhochburg Idlib erklärt, eine Gegenoffensive sei nur noch eine Frage der Zeit.

Erdogan reagierte damit auf mehrtägige Gespräche zwischen Delegationen beider Länder in Moskau, bei denen keine Einigung auf die Umsetzung eines Waffenstillstands in der Provinz erzielt werden konnte.

Die Türkei unterstützt in dem seit fast 10 Jahren währenden Bürgerkrieg in Syrien einige Rebellengruppen, Russland indes steht hinter der Regierung von Präsident Bashar al-Assad. Nach UN-Angaben sind knapp eine Million Menschen in der Region auf der Flucht.

Die Türkei hat bereits 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Erdogan hat wiederholt betont, sein Land werde keine weiteren Schutzsuchenden aus Syrien ins Land lassen, die Kapazitäten seien erschöpft.

UNO ruft dazu auf mehr Flüchtlinge aufzunehmen


Trotzdem forderte die UNO die türkische Regierung auf, mehr Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufzunehmen. Der Leiter des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Filippo Grandi, appellierte an die Türkei und weitere Nachbarländer Syriens, den am „meisten gefährdeten“ Flüchtlingen Sicherheit zu gewähren.

Er forderte auch mehr internationale Unterstützung für die Länder, die syrische Flüchtlinge aufgenommen haben. Dort sei die Lage hinsichtlich der Kapazitäten und der „öffentlichen Unterstützung“ bereits „angespannt“.

„Tausende unschuldige Menschen“ könnten nicht den Preis dafür zahlen, dass die internationale Gemeinschaft unfähig sei, eine Lösung für die Krise zu finden, erklärte Grandi.

apa