Dienstag, 01. September 2020

Türkei verlängert Suche nach Erdgas im östlichen Mittelmeer

Die Türkei hat die umstrittene Erdgassuche ihres Forschungsschiffs „Oruc Reis“ im östlichen Mittelmeer ein weiteres Mal verlängert. Am 12. September solle der Einsatz enden, teilte die zuständige Marinebehörde am Montagabend mit. Der Einsatz hätte eigentlich schon am 23. August auslaufen sollen, wurde dann aber mehrmals und zuletzt bis zum 1. September verlängert.

Die umstrittene Erdgassuche des Forschungsschiffs „Oruc Reis“ wurde bereits mehrfach von der Türkei verlängert.
Die umstrittene Erdgassuche des Forschungsschiffs „Oruc Reis“ wurde bereits mehrfach von der Türkei verlängert. - Foto: © APA (AFP/TURKISH DEFENCE MINISTRY) / HANDOUT
Das griechische Außenministerium kritisierte die Verlängerung scharf. „Die Türkei erfüllt treu die Rolle des Unruhestifters und des Faktors der Destabilisierung der Region“, hieß es aus Athen. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte die türkische Regierung neue Manöver angekündigt.

Streit um Seegebiete

Die „Oruc Reis“ sucht seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas ( STOL hat berichtet). An der Mission hat sich ein lang schwelender Streit um Erdgas zwischen Griechenland und der Türkei wieder entzündet.

Ankara argumentiert, dass das Gebiet, in dem das Schiff nach Erdgas sucht, zum türkischen Festlandsockel gehört und das Land damit das Recht auf Ausbeutung hat. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb das EU-Mitglied Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht und Sanktionen fordert. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

apa