Freitag, 19. Juni 2020

Türkei will mit Italien „bleibenden Frieden“ in Libyen schaffen

Die Türkei will zusammen mit Italien eine politische Lösung für das Bürgerkriegsland Libyen entwickeln. Dies teilte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag nach einem Treffen mit seinem italienischen Kollegen Luigi Di Maio in Ankara mit. Ziel sei ein „bleibender Frieden“.

Luigi di Maio und  der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu .
Luigi di Maio und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu . - Foto: © APA/afp / FATIH AKTAS
Libyen befindet sich seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 im Chaos. In dem nordafrikanischen Staat kämpfen verschiedene Milizen um Macht und Einfluss. Die Türkei steht an der Seite der GNA, der Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch mit Sitz in Tripolis. Ankara unterstützt Al-Sarradsch gegen dessen Gegenspieler General Chalifa Haftar mit militärischer Ausrüstung und Ausbildungspersonal. Haftar wiederum wird von Ägypten, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. Der General musste zuletzt große Gebietsverluste gegen die GNA-Streitkräfte verkraften.

Cavusoglu dankte Italien für seine Rolle im Libyen-Konflikt, die er als „kritisch“ und „ausgewogen“ bezeichnete – im Gegensatz zu anderen, nicht benannten EU-Mitgliederstaaten. Die EU-Operation Irini, die unter anderem das Waffenembargo gegen Libyen überwacht und zur Stabilisierung des Landes beitragen soll, kritisierte er als „voreingenommen“. Die Mission ignoriere den Waffentransfer aus Syrien, den Emiraten und Frankreich an Libyen.

Die Türkei sprach sich zudem für eine Zusammenarbeit mit Italien im Energiesektor aus, darunter bei der Kohlenwasserstoff-Erforschung im östlichen Mittelmeer und Stromlieferungen für Libyen. Am Mittwoch war eine türkische Regierungsdelegation zu Gesprächen nach Tripolis gereist, um über Kooperationen in Bereichen wie Öl, Investitionen und Infrastruktur zu sprechen.

dpa

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