Er werde den Vorfall kommende Woche unter Berufung auf Artikel 4 im Nordatlantikvertrag formal den Bündnispartnern vorlegen, so Dovutoglu. Danach müssen die Partner zu Beratungen zusammenkommen, wenn sich ein Mitglied bedroht fühlt.Zuvor hatte Davutoglu erklärt, das türkische Flugzeug sei am Freitag in internationalem Luftraum von der syrischen Armee abgeschossen worden. Die Maschine sei klar als türkisches Flugzeug gekennzeichnet gewesen, sagte der Außenminister und widersprach damit der syrischen Darstellung, man habe nicht gewusst, dass es sich um eine türkische Maschine gehandelt habe.Der Zwischenfall belastet die ohnehin angespannten Beziehungen beider Staaten weiter. Das NATO-Mitglied Türkei gehört zu den schärfsten Kritikern des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, seitdem dieser mit militärischer Gewalt gegen die Opposition in seinem Land vorgeht. Viele Syrer haben auf der Flucht vor den Auseinandersetzungen in der benachbarten Türkei Schutz gesucht. Die türkische Regierung plädierte für die Einrichtung von Schutzkorridoren in Syrien, um Flüchtlinge vor Übergriffen zu bewahren. Da dies aber den Einsatz von Soldaten erfordert hätte, nahm die türkische Regierung von solchen Überlegungen Abstand, solange der UN-Sicherheitsrat kein Mandat dafür erteilt.Die Türkei unterhält in der NATO die zweitgrößte Armee. Sie ist im jahrzehntelangen Kampf gegen kurdische Separatisten so erfahren, dass sie für die durch die bürgerkriegsähnlichen Unruhen geschwächten syrischen Streitkräfte ein schwerer Gegner wäre.apa/reuters