Dienstag, 22. Januar 2019

Über 60 Tote nach Anschlag auf afghanische Geheimdienstbasis

In Afghanistan sind bei einem Anschlag der Taliban auf einen Geheimdienst-Stützpunkt mehr als 60 Menschen getötet worden. Nach dem Anschlag in der zentralafghanischen Provinz Wardak am Montag seien rund 65 Leichen aus den Trümmern geborgen worden, sagte der stellvertretende Chef des Provinzrats, Mohammed Sardar Bakhyari, am Dienstag.

In Afghanistan sind bei einem Anschlag der Taliban auf einen Geheimdienst-Stützpunkt mehr als 60 Menschen getötet worden.
In Afghanistan sind bei einem Anschlag der Taliban auf einen Geheimdienst-Stützpunkt mehr als 60 Menschen getötet worden. - Foto: © shutterstock

Zunächst hatte es geheißen, es könnten sogar bis zu 130 Menschen ums Leben gekommen sein. Als Grund für diese große Differenz bei den Opferzahlen führte Bakhyari an, dass andere Behörden das wahre Ausmaß verschwiegen. Laut einer Provinzrätin wurden knapp 130 Geheimdienstmitarbeiter getötet. Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitskräfte sprach von mindestens 70 Toten. Unmittelbar nach dem Anschlag war nur von 12 Toten die Rede gewesen.

Ein Attentäter hatte am Montag ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug am Eingang des Stützpunkts in der Nähe der Provinzhauptstadt Maidan Shahr rund 50 Kilometer südlich von Kabul zur Explosion gebracht. Danach waren mindestens 3 bewaffnete Angreifer auf das Gelände des Geheimdienstes NDS gestürmt und hatten sich ein Feuergefecht mit Sicherheitskräften geliefert. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Dacheinsturz forderte die meisten Toten

Bei der Explosion stürzte das Dach eines Gebäudes auf dem Trainingsgelände teilweise ein. Dabei seien die meisten Menschen getötet worden, sagte der Provinzratsvertreter Akhtar Mohammed Tahiri. Die Angreifer hatten demnach Uniformen von afghanischen Spezialkräften getragen.

Die Taliban und die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat” (IS) überziehen Afghanistan seit Monaten mit einer Welle der Gewalt. Am Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter der Taliban in der Provinz Logar einen Konvoi des Gouverneurs angegriffen, mindestens sieben Wachmänner wurden getötet. Vor einer Woche waren bei einem Autobombenanschlag in Kabul vier Menschen getötet worden, unter den Verletzten waren auch zwei deutsche Polizisten. Auch zu diesem Anschlag bekannten sich die Taliban.

Bemühungen, mit den Taliban über ein Ende des seit 17 Jahren anhaltenden Konflikts zu verhandeln, blieben bisher erfolglos. Im Dezember war der US-Gesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, mit den Taliban zu Gesprächen zusammengekommen. Am Sonntag beendete er einen Besuch im Nachbarland Pakistan.

apa/dpa

stol