Dienstag, 12. Dezember 2017

Überetsch-Bahn: Die Opposition freut’s, die Opposition wundert’s

Kommt sie oder kommt sie nicht? Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte am Montag an, die Überetsch-Bahn, sie kommt. Süd-Tiroler Freiheit und Freiheitliche freuen sich über die Ankündigung, befürchten aber, dass es bei dieser bleibt. Die Bahn, so die Oppositionellen, sei lediglich ein Wahlversprechen.

Freiheitliche und Süd-Tiroler befürchten, dass die Überetsch-Bahn ein Rendering bleibt.
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Freiheitliche und Süd-Tiroler befürchten, dass die Überetsch-Bahn ein Rendering bleibt.

Seit Jahren wird über die Überetscher Bahn diskutiert, nun kommt, wieder einmal, Bewegung in die Debatte: Arno Kompatscher und Verkehrslandesrat Florian Mussner stellten am Montag den SVP-Vertretern des Bezirks Bozen Stadt und Land das „Schieneninfrastrukturkonzept für Bozen und den Großraum Bozen“ vor. Dazu gehört in erster Linie die Überetsch-Bahn, „ein Vorhaben, das wir unterstützen“, so der O-Ton des Landeshauptmanns.

Die Süd-Tiroler Freiheit rund um Stefan Zelger findet dafür tags darauf lobende Worte. Der Wunsch vieler Pendler im Überetsch würde nun endlich wahr werden, meint Zelger. Es kommt aber selten vor, dass die Opposition eine Entscheidung der Landesregierung vollinhaltlich lobt. In der Regel folgt auf das Lob ein Aber. Auch in diesem Fall.

Zelger warnt vor allzu großer Euphorie und verweist auf die Landtagswahlen, die nächstes Jahr stattfinden. „Die Reaktivierung wurde schon vor Wahlen versprochen, um dann wieder als ‚unfinanzierbar‘ in den Schubladen zu verschwinden. Die Menschen haben genug von Ankündigungspolitik und wollen nun Taten sehen“, monieren Zelger und seine Bezirksgruppe.

Freiheitliche: Kalkulierte Absicht der SVP

Auch Sigmar Stocker und Rainhard Gaiser von den Freiheitlichen sprechen wie Zelger von „Ankündigungspolitik“ und unterstellen der SVP kalkulierte Absicht.

„Das Verkehrsproblem in Bozen und die mangelnde Verbindung ins Überetsch existieren nicht erst seit gestern, sondern warten seit weit über einem Jahrzehnt auf eine Lösung. Wenn nun vor den Wahlterminen plötzlich grünes Licht für weitere Schritte gegeben wird, dann handelt es sich nicht um einen Zufall“, konstatieren Landtagsabgeordneter Stocker und der Eppaner Gemeinderat Gaiser.

Es gebe weder einen Zeitplan, noch eine konkrete Strategie zur Umsetzung, kritisiert Gaiser – und Stocker prophezeit, dass es auch 2027 – ein Jahr vor den übernächsten Landtagswahlen – heißen wird: „Die Tram kommt bestimmt“.

stol/aw

stol