Montag, 29. Januar 2018

Übernahme der Kasernen Schenoni und Verdone besiegelt

Im Palais Widmann in Bozen erfolgte am Montag die Schlüsselübergabe für die Militärareale im Wert von 27 Millionen Euro an das Land Südtirol.

Ein Teil des 4,5 Hektar großen Areals der Verdone-Kaserne in Vahrn - der weiße längliche Bau ist ein Teil der Kaserne. - Foto: LPA/Gemeinde Vahrn
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Ein Teil des 4,5 Hektar großen Areals der Verdone-Kaserne in Vahrn - der weiße längliche Bau ist ein Teil der Kaserne. - Foto: LPA/Gemeinde Vahrn

Von einem Mehrwert für alle beteiligten Seiten, für das Heer, für das Land, für die Gemeinden Brixen und Vahrn aber letztendlich für die gesamte Bevölkerung und die Südtiroler Wirtschaft sprach Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der heutigen Unterzeichnung des Übergabe- und Übernahmeprotokolls für die Kasernen "Schenoni" in Brixen und "Verdone" in Vahrn. Auch der Generalsekretär im Verteidigungsministerium, General Carlo Magrassi, lobte die "von gemeinsamen Zielen getragene Zusammenarbeit im Sinne der Bürger und des Territoriums".  

Mit der Unterzeichnung durch Landeshauptmann Kompatscher und den Regionaldirektor der Agentur für Staatsgüter, Sebastiano Caizza, und der Schlüsselübergabe wurde am Montag im Bozner Palais Widmann ein weiterer Schritt zur Umsetzung des Rahmenabkommens zwischen Land Südtirol und dem Verteidigungsministerium getan.

Abkommen im Jahr 2007 unterzeichnet

Das Abkommen war am 10. August 2007 vom damaligen Verteidigungsminister Arturo Parisi und Landeshauptmann Luis Durnwalder unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass Militärliegenschaften im Wert von 210 Millionen Euro, die nicht mehr institutionell genutzt werden, in den Besitz des Landes übergehen. Im Gegenzug baut und renoviert das Land zu einem Gegenwert von ebenfalls 210 Millionen Euro Gebäude des Militärs auf Grundstücken des Verteidigungsministeriums. 

Verteidigungsministerium, Agentur für Staatsgüter und Land Südtirol haben zur Umsetzung des Rahmenabkommens bereits drei Programmvereinbarungen unterzeichnet. Dabei bildet der Abschluss von Bauarbeiten durch das Land jeweils die Voraussetzung für die Übertragung weiterer Militärareale ans Land. So konnten beispielsweise kürzlich die Arbeiten für neue Wohnhäuser für Militärangehörige in der Bozner Reschenstraße und in Meran abgeschlossen werden, weitere Arbeiten hat das Land an und auf Militärliegenschaften in Brixen, Sterzing, Meran, Bruneck und Corvara durchgeführt. Bereits übertragen wurden dem Land die Mercanti-Kaserne in Eppan und das Areal am Flughafen Bozen. Einen genauen Überblick über den Umsetzungsstand gab bei der heutigen Schlüsselübergabe Oberst Pasqualino Iannotti. Er kündigte auch die baldige Unterzeichnung einer vierten Programmvereinbarung an, mit der vier weitere Militärliegenschaften ans Land übergehen, während dieses Arbeiten von über 40 Millionen Euro durchführt. Drei weitere Liegenschaftsübertragungen sind dann für 2019 geplant.

Areale sind 27 Millionen Euro wert

Die beiden Areale im Eisacktal, die nun Eigentümer wechseln, sind 27 Millionen Euro wert: 15,5 Millionen Euro das rund 4,5 Hektar große Areal der Verdone-Kaserne, 2,4 Millionen Euro jenes des angrenzenden ehemaligen Sportplatzes; auf neun Millionen Euro wurde hingegen der Geländeanteil der Schenoni-Kaserne in Brixen von 1,8 Hektar geschätzt, der nun dem Land übertragen wurde. Auf den dem Militär verbleibenden 4000 Quadratmetern der Schenoni-Kaserne hat das Land Wohnungen für Berufssoldaten gebaut.

Die Unterzeichnung erfolgt im Beisein von Regierungskommissar Vito Cusumano, des für Bauarbeiten und Staatsgüter im Generalsekretariat des Verteidigungsministeriums zuständigen Generals Massimo Scala, des Kommandanten der Gebirgstruppen, Federico Bonato, sowie des Landesrats Christian Tommasini und des Bürgermeisters von Brixen, Peter Brunner. Anwesend war auch Rektor Paolo Lugli, zumal Verteidigungsministerium, Land Südtirol und Freie Universität Bozen gemeinsam mit dem Politecnico von Turin ein Forschungsprojekt und eine Ideenwerkstätte für eine nachhaltige Nutzung nicht mehr benötigter Militärgelände betreiben. 

Landeshauptmann Kompatscher nützte die heutige Schlüsselübergabe auch, um sich bei Streit- und Sicherheitskräften für die "effiziente und professionelle Hilfe" nach den Schneefällen und Lawinenabgängen in Langtaufers in der vergangenen Woche zu danken.

lpa/stol

stol