„Die Verwaltung der Energiepolitik in Südtirol wäre eigentlich Aufgabe des zuständigen Landesrates. Wenn die SVP diese Aufgabe nun einem kommissarischen Verwalter überantwortet, dann belegt das, dass man auf Seiten der SVP längst nicht mehr in der Lage ist, eine klare und unabhängige Politik für Südtirol zu betreiben“, so die freiheitliche Landesparteiobfrau.Wozu brauche es dann noch einen Landesrat für Energie? Der Energie-Kommissar könne ja gleich das gesamte Energie-Ressort übernehmen und dem sichtlich überforderten Landesrat das Amt abnehmen. „Fakt ist auch, dass die Südtiroler von Mediatoren und dergleichen die Schnauze voll haben, weil sie viel Geld kosten und weil dabei ohnehin nichts herauskommt. Es geht wohl wieder nur darum, die SVP und die Landesregierung aus der Schusslinie zu nehmen.“Es sei vor allem nicht anzunehmen, dass es durch die kommissarische Verwaltung zu einer Neuausrichtung der Energie oder zu einer Kompromisslösung komme.„Die Tatsache, dass der Energie-Kommissar im Einvernehmen zwischen Landeshauptmann Luis Durnwalder und Gemeindenpräsident Arno Kompatscher ernannt werden soll, spricht für wenig Erneuerung. Es ist auf jeden Fall interessant, dass sich Kompatscher mit Durnwalder arrangiert und dass man nun noch über die Namen verhandelt. Von Erneuerung kann deshalb nicht ansatzweise die Rede sein“, so Mair.Die SVP wolle es sich damit leicht machen und die Diskussion auf einen Experten verlagern, um sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen. Es werde sich dabei auf jeden Fall um einen Beauftragten handeln, der der SVP gut gehe und der im SVP-Interesse handle. „Von Unabhängigkeit keine Spur“, kritisiert die Landtagsabgeordnete. „Wir Freiheitlichen haben unsere Vorschläge zur Neuausrichtung der Südtiroler Energie eingebracht, wobei die Aufgabe der SEL auf die Koordination der lokalen Körperschaften, Genossenschaften und privaten Energieproduzenten beschränkt wird. Südtirol braucht eine echte Erneuerung der Energiepolitik und nicht SVP-Ankündigungen, die seit Jänner im Raum stehen, ohne dass es zu echten Handlungen gekommen wäre“, so Mair abschließend.