Die russische Militärstatistik lässt aber - anders als die ukrainische Zählung - keine Rückschlüsse auf die Abfangquote zu. Ein Angriff zielte nach übereinstimmenden Angaben auf das Gebiet Jaroslawl an der Wolga nordöstlich von Moskau. Gouverneur Michail Jewrajew teilte mit, Drohnentrümmer hätten einen Brand in einem Industriebetrieb ausgelöst. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Dem ukrainischen Generalstab zufolge wurde die Pumpstation einer Ölpipeline im Ort Semibratowo beschädigt. Dieser Ort liegt an der Fernstraße von Jaroslawl nach Moskau.<BR /><BR />Außerdem sei die Raffinerie von Kstowo im Gebiet Nischni Nowgorod angegriffen worden. Dort sei ein Brand beobachtet worden. Zu diesem angeblichen Angriff gab es von russischer Seite keine Informationen. Der Generalstab der Ukraine hatte zuvor die Angriffe in den Regionen Nischni Nowgorod und Jaroslawl bestätigt.<h3> Treibstoffversorgung der russischen Armee soll gestört werden</h3>Die ukrainische Armee beschießt seit Monaten systematisch Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölindustrie. So soll die Treibstoffversorgung der russischen Armee gestört werden, die Exportausfälle sollen die Kriegskasse des Kremls schmälern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf X, die russische Raffineriekapazität sei in den vergangenen Monaten um zehn Prozent gesunken. In der Nacht auf Sonntag hatte ein massiver ukrainischer Drohnenangriff erstmals Schäden in Moskauer Vorstädten angerichtet.<BR /><BR />Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet. Bei einem Angriff mit ballistischen Raketen auf das Zentrum von Pryluky rund 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew seien zwei Menschen getötet worden, teilten die Behörden der Region Tschernihiw am Dienstag mit. Mindestens 17 weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein Kind. Ein Einkaufszentrum und ein Supermarkt seien beschädigt worden.<BR /><BR />Im Dorf Gluchiw nahe der Grenze zu Russland seien zwei Männer im Alter von 52 und 58 Jahren durch einen Drohnenangriff getötet worden, gaben die Behörden der nordöstlichen Region Sumy in Onlinediensten bekannt. Vier weitere Menschen seien verletzt worden. Bei dem Angriff sei „zivile Infrastruktur“ getroffen worden.<h3> Großmanöver mit Zehntausenden Soldaten und Übungen der Nuklearkräfte</h3>Die ukrainische Luftwaffe meldete in der Früh, Russland habe über Nacht mit 209 Drohnen verschiedener Typen angegriffen. Davon seien 180 abgefangen worden. Ein Ziel war demnach der Donauhafen Ismajil. Dabei wurden nach Angaben örtlicher Behörden Hafenanlagen beschädigt. Fast alle Flugkörper seien abgeschossen worden, es gebe keine Opfer. Zudem wurden aus den Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw und Saporischschja Angriffe gemeldet.<BR /><BR />Parallel zum Besuch von Kremlchef Wladimir Putin in Peking begann Russland ein dreitägiges Großmanöver mit Zehntausenden Soldaten und Übungen seiner Nuklearkräfte. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 64.000 Soldaten und 7.800 Stück Technik kämen zum Einsatz, darunter mehr als 200 Raketenabschussvorrichtungen.<BR /><BR />An der Übung nähmen auch 140 Flugzeuge, 73 Marineschiffe und 13 U-Boote teil. Acht dieser U-Boote seien Träger von Nuklearraketen, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Von den Seestreitkräften seien die Nordflotte im europäischen Norden Russlands und die Pazifikflotte im Fernen Osten beteiligt.<BR /><BR />Ziel sei, die Einsatzbereitschaft von Kommandostrukturen wie der Truppen bei der Abschreckung eines möglichen Gegners zu überprüfen, teilte das Militär mit. Es werde Tests mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern auf Zielgelände in Russland geben.<BR /><BR />Schon am Vortag war mitgeteilt worden, dass auch der Einsatz der in Belarus stationierten Nuklearwaffen trainiert werde. Das Außenministerium der Ukraine erklärte dazu, Moskau mache Minsk zum Komplizen seiner Atomdrohungen. Putin wird am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Peking erwartet - kurz nach einer Visite von US-Präsident Donald Trump.