Montag, 20. Juli 2020

Umstrittener Krim-Besuch: Putin kündigt Ausbau der Kriegsflotte an

Bei einem neuen umstrittenen Auftritt auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Kremlchef Wladimir Putin einen Ausbau der russischen Kriegsflotte angekündigt. In der Hafenstadt Kertsch brachte er am Montag den Bau von 6 Kriegsschiffen auf den Weg, darunter je 2 große Angriffskreuzer, Atom-U-Boote und Fregatten.

Wladimir Putin einen Ausbau der russischen Kriegsflotte angekündigt.
Wladimir Putin einen Ausbau der russischen Kriegsflotte angekündigt. - Foto: © APA/afp / ALEXEY DRUZHININ
Sie würden mit modernen Waffensystemen ausgestattet, sagte Putin, während weitere Werften im Land per Video zugeschaltet waren. „Sie erhöhen spürbar das Kampfpotenzial der Kriegsflotte“, sagte er bei der Kiellegung der 2 großen Kriegsschiffe nahe der ukrainischen Grenze.

Das Außenministerium in Kiew protestierte gegen den Besuch Putins, der unerwünscht sei und gegen die Resolutionen der Vereinten Nationen verstoße. Laut Völkerrecht gehört die Halbinsel zur Ukraine. Russland hingegen sieht die Krim nach einem international nicht anerkannten Referendum von 2014 über den Beitritt zu seinem Staatsgebiet als sein Territorium an. Die EU und die USA haben gegen Russland deshalb Sanktionen verhängt.

Die neuen Kriegsschiffe sorgten für ein strategisches Gleichgewicht und für Stabilität in der Welt, sagte Putin. „Unser Land gehört zu den führenden Marine-Mächten der Welt“, betonte er.

Russland hatte in der Vergangenheit versucht, von Frankreich Hubschrauberträger der Mistral-Klasse zu kaufen. Die Pläne scheiterten, weil der Westen Russland nicht für einen zuverlässigen Partner hält und dem Land militärische Aggressionen gegen andere Staaten vorwirft.
Nach Darstellung Putins hat die Kriegsmarine Russlands in den vergangenen acht Jahren bereits rund 200 neue Schiffe erhalten. Bis 2027 sollen 70 Prozent der Flotte erneuert sein. Am 26. Juli feiert Russland den Tag der Kriegsmarine mit großen Paraden.

apa/dpa

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