Freitag, 14. August 2020

UN alarmiert über Kindersterben in syrischem Flüchtlingslager

Von den gut 40.000 Minderjährigen im völlig überfüllten Flüchtlingslager Al-Hol im Nordostens Syriens sind in der vergangenen Woche 8 Kinder unter 5 Jahren gestorben. Gründe seien etwa Komplikationen durch Unterernährung, Durchfall oder innere Blutungen gewesen, berichtete ein Sprecher des UN-Nothilfebüros Ocha am Freitag in Genf.

In der vergangenen Woche sind im syrischen Flüchtlingslager Al-Hol 8 Kinder unter 5 Jahren gestorben.
In der vergangenen Woche sind im syrischen Flüchtlingslager Al-Hol 8 Kinder unter 5 Jahren gestorben. - Foto: © APA/afp / DELIL SOULEIMAN
Kein Kind dürfe unter solchen Zuständen, wie sie in dem Lager herrschten, leben müssen. Die medizinische Versorgung der Menschen werde durch die Corona-Pandemie erschwert, hieß es weiter.

5 Mitarbeiter von Kliniken seien in dem Lager seit Anfang August positiv auf das Virus getestet worden. Eine Klinik habe deshalb vorübergehend geschlossen werden müssen. Zudem fehle es dem Personal an Schutzausrüstung.

In dem Lager leben nach Angaben der Hilfsorganisation Save the Children rund 65.000 Menschen, unter ihnen 43.000 Minderjährige.

Hilfsorganisationen beklagen schon seit langem menschenunwürdige Zustände in Al-Hol und rufen Regierungen auf, ihre Staatsangehörigen aus dem Lager zu holen. Der IS hatte im vergangenen Jahr seine letzte Hochburg in Syrien verloren. Die Region wird von den syrischen Kurden kontrolliert.

apa/dpa