Sein Fazit: „Es ist eine große Chance und bringt einen Mehrwert“. <BR /><BR />Es ist ein Jahrhundertprojekt: Die Standseilbahn Meran – Dorf Tirol – Schenna. Jahrelang wurde darüber diskutiert, vergangenes Jahr wurde es dann konkret: Im August 2022 hat das Land eine Projektvariante ausgearbeitet; anschließend begann ein Optimierungsprozess in den 3 Gemeinden, mit Bürgern und Interessensgruppen (die „Dolomiten“ berichteten; siehe digitale Ausgabe). <h3> Fronten sind verhärtet</h3>Die Fronten zwischen Befürworter und Gegner des Standseilbahn-Projekts haben sich seither verhärtet. „Die öffentliche Debatte rund um das Thema scheint etwas festgefahren“, sagte Reinhard Bauer, Mobilitätsreferent der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt. <BR /><BR />Die Bezirksgemeinschaft beauftragte deshalb den Schweizer Verkehrsingenieur Willi Hüsler eine unabhängige und objektive Bewertung des Projekts abzugeben. „Dadurch sollten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die als zusätzliche Entscheidungshilfe für die Politik dienen soll“, sagte Alois Kröll, Präsident der Bezirksgemeinschaft. Hüsler selbst ist in Südtirol des Öfteren als Experte tätig gewesen. Unter anderem war er Berater bei der Verwirklichung der Vinschger Bahn.<h3>Geringe Betriebskosten kompensieren hohe Baukosten</h3>Ein wesentlicher Streitpunkt in der Debatte sind die Kosten. Besonders Gegner argumentieren, dass der Bau zu teuer sei. Ersten Schätzungen zufolge kostet das Projekt rund 90 Millionen Euro. Auch der Schweizer Verkehrsexperte sieht die Baukosten als eine große Herausforderung an. <BR /><BR />Trotz der hohen Kosten ist Hüsler überzeugt, dass sich die Investition längerfristig lohne. Der Grund: „Die Betriebskosten sind gegenüber Bussen oder Seilbahnen bei solch einer Bahn sehr gering“, sagte Hüsler. Es brauche kaum Personal. Dank modernster Technologie sei der gesamte Betrieb fast vollständig automatisiert, erklärte der Verkehrsingenieur. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass günstige Betriebskosten die Standseilbahn auch bei geringer Auslastung in der Nebensaison leistbar macht. <h3>Gesamtkonzept nötig</h3>Ein weiterer Streitpunkt ist die Einbindung der Standseilbahn in das bestehende Verkehrsnetz. Gegner kritisieren hierbei vor allem die fehlende Anbindung zum Bahnhof Meran. Dass es solch eine Anbindung brauche, ist auch Hüsler überzeugt. „Die Lösung dafür wäre bei der Handwerkerzone Tirol einen Umsteigepunkt zu planen“, erklärte Hüsler. Mit Schnellbussen, die durch den Küchelbergtunnel fahren, könnte der Bahnhof in 4 Minuten erreicht werden, ist der Verkehrsingenieur überzeugt. <h3>Eine Chance für das Dreieck Meran – Tirol – Schenna</h3>Zuletzt hob Hüsler noch die praktischen Vorteile der Standseilbahn gegenüber Bus und Seilbahn hervor. „Sie ist barrierefrei und damit mehr behindertenfreundlich und fahrradfreundlich wie andere Verkehrsmittel“. Die Standseilbahn sei daher ein wichtiges Element für das Gesamtkonzept eines funktionierenden Verkehrssystems im Dreieck Meran – Tirol – Schenna, lautet das Fazit vom Schweizer Experten.