Sonntag, 15. Mai 2016

Unabhängigkeitsbefürworter treffen sich in Bruneck

Das Wetter ist schlecht, die Stimmung nicht: Mehrere tausend Befürworter der Unabhängigkeit Südtirols - die genannten Zahlen reichen von 5.000 bis 10.000 - sind am Samstag nach Bruneck gekommen. Um ein Zeichen für einen andere Zukunft zu setzen; für ein "Los von Rom", wie auf zahllosen Schildern gefordert wurde.

Kaum noch ein Platz war am Samstag am Brunecker Rathausplatz frei. - Foto: mt
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Kaum noch ein Platz war am Samstag am Brunecker Rathausplatz frei. - Foto: mt

Mit Musik, Sprechgesängen und diversen Schlachtrufen zogen die Unabhängigkeitsbefürworter fahnenschwingend durch Brunecks Altstadt um sich schließlich am Rathausplatz zu einem großen Fest zu treffen.

Auch Vertreter aus dem Baskenland, Katalonien, Schottland und anderen europäischen Volksgemeinschaften waren nach Bruneck gekommen, hielten dort Reden und informierten über die eigenen Bestrebungen. Eines vereint sie alle: der Wunsch nach Unabhängikeit. Zu dem Tag hatte die Arbeitsgemeinschaft "iatz!" des Südtiroler Schützenbundes geladen.

Thaler: Südtirol vom guten Willen Roms abhängig

In seiner Rede kritisierte der Landeskommandanten der Schützen, Elmar Thaler, mit Nachdruck kritisierte, wie sehr und in wie vielen Kernbereichen Südtirol immer noch vom guten Willen Roms abhängig sei. „Wir haben ein starkes Vaterland, und wir sind ja nach wie vor - zumindest kulturell - ein Teil Österreichs“, betonte Thaler.

Und genau da gelte es anzuknüpfen und weiterzudenken, denn es gebe sie nicht, die fertige Lösung, das perfekte Rezept für die Unabhängigkeit für unser Land. „Niemand weiß, was er kann, bevor er’s versucht, und niemand weiß, was er erreichen kann, wenn er nicht nach mehr strebt“, rief Thaler in die Menge.

"Wer etwas schaffen will, muss zuversichtlich sein"

Der Landesschützenkommandant forderte mehr Mut von seinen Landsleuten: „Wer etwas schaffen will, der muss zuversichtlich sein, der muss anpacken wollen, der muss etwas wagen."

In einer Aussendung vom Sonntagmorgen zeigten sich die Veranstalter des Südtiroler Schützenbundes erfreut über die Ergebnisse des Unabhängigkeitstages. Ihr Fazit: Es brauche den Mut zum Bekenntnis, denn nichts sei für immer und nichts für die Ewigkeit.

stol

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