Sonntag, 26. September 2021

Union stürzt mit Armin Laschet auf ein Rekordtief

Starke Zugewinne für die Sozialdemokraten, historisches Debakel für die Union – aber noch keine klaren Verhältnisse: Die CDU/CSU von Armin Laschet und die SPD von Olaf Scholz haben sich bei der Bundestagswahl ein enges Rennen geliefert. Die Union stürzt nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel auf ein Rekordtief, liegt nach ersten Hochrechnungen aber nur knapp hinter der SPD, die in Umfragen zuletzt deutlich vorne war.

Für Armin Laschet und seine Union sind die Bundestagswahlen ein Debakel.
Für Armin Laschet und seine Union sind die Bundestagswahlen ein Debakel. - Foto: © APA/dpa / Michael Kappeler
Die Grünen erobern mit einem Rekordergebnis den dritten Platz vor FDP, AfD und Linken. Laschet und Scholz beanspruchten beide am Abend, eine Regierung unter ihrer Führung zu bilden.
Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF verbessert sich die SPD auf 24,9 bis 25,6 Prozent (2017: 20,5 Prozent). Die CDU/CSU fällt auf 24,4 bis 24,7 Prozent (32,9).

Die Grünen fahren mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin 14,6 bis 14,7 Prozent ein (8,9). Die FDP verbessert sich auf 11,6 bis 11,7 Prozent (10,7). Die AfD, bisher drittstärkste Kraft, kommt auf 10,3 bis 11,1 Prozent (12,6). Die Linke rutscht auf 5,0 Prozent ab (9,2). Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), als Partei nationaler Minderheiten von der Fünf-Prozent-Hürde befreit, kann laut ARD-Prognose einen Abgeordneten in den Bundestag schicken.

Die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ändern sich damit deutlich, die konkrete Sitzverteilung hängt unter anderem davon ab, ob es die Linke ins Parlament schafft. Nach den ersten Hochrechnungen beider Sender ergibt sich folgende Sitzverteilung: Die SPD holt 197 bis 211 Mandate, die Union 198 bis 202.

Die Grünen kommen auf 115 bis 121 Sitze. Die FDP zieht mit 92 bis 96 Abgeordneten in den Bundestag ein, die AfD mit 85 bis 88 und die Linke mit 39 bis 41 Abgeordneten.
Damit zeichnet sich eine komplizierte Regierungsbildung ab.

Einzig denkbares Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es voraussichtlich zum ersten Mal ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch sind mehrere Konstellationen möglich.

dpa

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