Montag, 23. September 2019

UNO: Greta Thunberg wirft Regierungen Versagen vor

Unmittelbar vor dem Klimagipfel in New York hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres konkrete Zusagen der Teilnehmerstaaten veröffentlicht. Danach verpflichten sich 66 Länder, zehn Regionen, 102 Städte und 93 Konzerne bis 2050 klimaneutral zu werden, also unter dem Strich keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr auszustoßen.

Der Klima-Notfall sei ein Rennen, das wir derzeit verlieren, aber noch gewinnen können, so Guterres.
Der Klima-Notfall sei ein Rennen, das wir derzeit verlieren, aber noch gewinnen können, so Guterres. - Foto: © APA/AFP

„Der Klima-Notfall ist ein Rennen, das wir derzeit verlieren, aber es ist ein Rennen, das wir gewinnen können“, sagte Guterres laut einer schriftlichen Erklärung seines Büros. „Das ist kein Klima-Gipfel der Reden. Wir haben genug geredet. Das ist kein Klima-Gipfel der Verhandlungen. Man verhandelt nicht mit der Natur. Das ist ein Klima-Gipfel der Taten.“

Nach seinen Angaben haben 59 Staaten zugesichert, einen erweiterten Klima-Aktionsplan vorzulegen. Nach dem Pariser UN-Klimaabkommen von 2015 sollten das allerdings bis 2020 eigentlich alle Unterzeichner machen. Bisher sind es nur etwa ein Drittel.

Greta lest Regierungsvertretern die Leviten

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat den Regierungen weltweit in einer emotionalen Botschaft auf dem UN-Klimagipfel massive Vorwürfe gemacht. „Wir sind Zeugen einer massiven Zerstörung“, sagte die Initiatorin der Bewegung „Fridays For Future“.

Die Zukunft der Jugendlichen werde gefährdet. Obwohl Wissenschaftler seit mehr als 30 Jahren vor einer massiven Erderwärmung warnten, täten die Regierungen nicht genug, sondern sorgten sich vor allem um das Wachstum der Wirtschaft. „Ihr enttäuscht uns“, sagte die Schwedin, die die „FridaysForFuture“ mit ihrem Schulstreik gegründet hat.

Ihr sei ihre Jugend durch „leere Worte“ der Politiker gestohlen worden, sagte die sichtlich aufgewühlte 16-Jährige. Das Verhalten der Regierungen mache sie „wütend und traurig“. Sie wolle aber immer noch nicht glauben, dass die Regierungen „böse“ seien. „Aber die Jungen verstehen Euren Verrat. Die Welt wacht auf. Der Wandel kommt, ob ihr es wollt oder nicht“, sagte sie.

Indes ist US-Präsident Donald Trump überraschend beim UN-Klimagipfel erschienen. Er setzte sich ins Plenum, obwohl er ursprünglich nicht an dem Treffen teilnehmen wollte. Trump hat den menschengemachten Klimawandel immer wieder angezweifelt und 2017 den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt.

dpa/apa/reuters/afp

Einen Moment Bitte - das Video wird geladen

stol