Samstag, 04. September 2021

„Unsere Autonomie ist keine Selbstverständlichkeit“

„Die vergangenen 20 Monate haben uns vor Augen geführt, dass es keine absolute Gewissheit gibt“, sagt SVP-Obmann Philipp Achammer. Sehr viel sei innerhalb kurzer Zeit komplett auf den Kopf gestellt worden. „Auch unsere Autonomie ist keine Selbstverständlichkeit – deshalb ist es nötig, laufend daran zu arbeiten: Wir dürfen unseren Blick nicht von ihren historischen Grundpfeilern abwenden, müssen sie sichern und gleichzeitig weiterentwickeln.“

Zum 75. Jahrtag der Autonomie Südtirols hat SVP-Obmann Philipp Achammer einige Gedanken zusammengetragen.
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Zum 75. Jahrtag der Autonomie Südtirols hat SVP-Obmann Philipp Achammer einige Gedanken zusammengetragen. - Foto: © ANDREAS KEMENATER
„Wir sollten uns gerade am „Tag der Autonomie„ bewusst machen, dass unsere Autonomie keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt SVP-Obmann Philipp Achammer.

„Wir sollten uns auch an jene Menschen erinnern, die unser Land mühsam aufgebaut haben – und es zur Blüte gebracht haben. Zweifelsohne haben sie den richtigen Weg beschritten, auch wenn dieser sehr steinig gewesen ist.“

Und weiter: „Wir sollten uns besonders vor Augen halten, wie sie das getan haben: mutig, geschlossen, friedfertig.“ Genauso solle man sich auch mit der Zukunft von Südtirol beschäftigen: „Nichts ist selbstverständlich; wir müssen weiterhin aufmerksam mit Herz und Verstand für unser Land arbeiten.“

Der „Tag der Autonomie“ sei eine willkommene Gelegenheit, auch der jüngeren Generation noch einmal zu verdeutlichen, welch wichtiger Grundstein der Südtirol-Politik vor 75 Jahren gelegt worden ist: „Das am 5. September 1946 zwischen Österreich und Italien abgeschlossene Südtirol-Abkommen, der so genannte Pariser Vertrag, garantierte den Schutz der kulturellen Eigenart der deutschsprachigen Bevölkerung in der Region Trentino-Südtirol“, erinnert Philipp Achammer.

Bis zum Zweiten Autonomiestatut, das ab 1972 dem Land Südtirol eine eigene Autonomie zusprach, und der Streitbeilegung zwischen Österreich und Italien 1992, sei freilich noch ein langer Weg gewesen: „Viel diplomatisches Geschick war auf politischer Ebene nötig – gestützt von der Tatkraft einer geschlossenen Bevölkerung. Es wurde aber zur Erfolgsgeschichte, die es weiterzuschreiben gilt.“

„Heute dürfte wohl niemand mehr daran zweifeln, dass die besonnenen Bemühungen ans Ziel geführt haben“, betont Philipp Achammer. „Sie haben zu den autonomen Befugnissen in Verwaltung und Gesetzgebung geführt, auf welchen wiederum ein Leben in Frieden und Wohlstand aufgebaut werden konnte.“

Dies alles sei nicht selbstverständlich – man müsse sich nur etwas umschauen, denn anderswo träumten Menschen von solchen Möglichkeiten: „Ohne Autonomie wäre unser Land nicht das, was es heute ist – mit dem Erreichten sollten wir nicht leichtfertig umgehen: Vielmehr muss, aufbauend auf den Erfahrungen, gemeinsam der eingeschlagene Weg weitergangen werden, um auch die vielen neuen Probleme zu lösen. Und, damit sich auch die nächste Generation über ein blühendes Land freuen darf.“

stol