„Nach der Affäre um die Gedenkbriefmarke im vergangenen Jahr ist diese Entscheidung mehr als inakzeptabel“, erklärte Unterberger in einer Mitteilung.<BR /><BR />Die Vorsitzende der Autonomiegruppe im Senat erinnert daran, dass Gentile mit seiner Schulreform in den 1920er-Jahren eines der zentralen Instrumente der erzwungenen Italianisierung Südtirols geschaffen habe. „Er hat die deutsche Sprache an den Schulen verboten. Mädchen und Jungen wurden ihrer Muttersprache beraubt und gezwungen, in einer ihnen fremden Sprache zu lernen“, so Unterberger.<h3> „Viele wurden verhaftet und starben in faschistischen Gefängnissen“</h3>Aus dieser Zeit stammen die Katakombenschulen, in denen Südtiroler Lehrerinnen und Lehrer heimlich weiterhin Deutsch unterrichteten – oft unter Lebensgefahr. „Viele wurden verhaftet und starben in faschistischen Gefängnissen“, erinnert Unterberger.<BR /><BR />Gentile sei zweifellos eine komplexe historische Figur. „Doch eines ist die historische Analyse, etwas völlig anderes eine unkritische Würdigung, noch dazu in einer Liste „hervorragender Italiener„. Eine solche Ehrung ist eine Beleidigung für Südtirol und für alle anderen Opfer des Faschismus“, betont die Senatorin.