Mittwoch, 02. September 2020

Unterholzner gründet neue Fraktion und nennt sie „ENZIAN“

Im Landtag erblüht neben dem Edelweiß ein neues Gewächs. Josef Unterholzner, Ex-Mandatar des Team K, hat am Dienstag seine neue Ein-Mann-Fraktion angemeldet, Fraktion Nummer 11. Sie heißt „ENZIAN“. Im Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“ spricht er über die Beweggründe eine neue Fraktion zu gründen und über die Bedeutung hinter dem blumigen Namen seiner Fraktion.

Josef Unterholzner.
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Josef Unterholzner. - Foto: © DLife
„Dolomiten“: Herr Unterholzner, Sie haben die Ein-Mann-Fraktion „ENZIAN“ gebildet?

Josef Unterholzner: Das ist so. Ich musste innerhalb von 5 Tagen den Namen der neuen Fraktion bzw. meine Entscheidung dem Landtag mitteilen – auch damit die Spekulationen ein Ende haben.

„D“: Warum dieser Namen und warum Großbuchstaben?

Unterholzner: Das hat alles einen bestimmten Grund, den erläutere ich aber nächste Woche bei einer Pressekonferenz.

„D“: Sie hatten überlegt gehabt, einer anderen Fraktion beizutreten. Wollte Sie niemand?

Unterholzner: Nein, nein. Ganz im Gegenteil, aber ich bin nicht so einfach zu ,händeln‘ und deshalb fühle ich mich als freier Mandatar besser, und ich kann so auch besser arbeiten. Und das ist der Auftrag meiner Wähler. Das Parteigeplänkel und Maulkörbe, die einem umgehängt werden, das habe ich nicht so gerne. Die Wähler haben mich gewählt, damit ich ordentlich im Interesse der Bevölkerung arbeite, das kann ich als freier Mandatar einfach besser.

„D“: Eine Ein-Mann-Fraktion kostet den Steuerzahler 600 Euro mehr im Monat, weil diese Entschädigung jedem Fraktionssprecher zusteht. Nehmen Sie diese in Anspruch?

Unterholzner: Dazu muss ich mich erst informieren, ich kämpfe mich derzeit durch den Bürokratiedschungel. Aus rein bürokratischer Sicht wäre der Wechsel zu einer anderen Fraktion sicher der einfachste Weg gewesen. Details am 10. September, ich mache nichts unüberlegt.

„D“: Wofür steht ihr Enzian?

Unterholzner: Ganz klar für die Interessen der Wirtschaft, und zwar für eine umweltverträgliche Wirtschaft.

„D“: Was heißt das konkret?

Unterholzner: Es gibt 3 starke Säulen: Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Keine kann für sich alleine stehen. Wirtschaftsabläufe und Produktionsprozesse sollen so wenig umweltbelastend wie möglich ablaufen. Es gilt, den Kunststoff zu reduzieren und den Rest fachgemäß zu recyceln, wo wir nicht so schlecht unterwegs sind, aber noch Verbesserungspotenzial haben.

„D“: Und was sonst?

Unterholzner: Und Bürokratieabbau, den Verwaltungsapparat vereinfachen, einfach einiges an Bürokratie wegbringen.

„D“: Mit Blick auf die Landtagswahl 2023: Fällt da ein Umstieg vom Enzian zum Edelweiß leichter – so von Bergblume zu Bergblume?

Unterholzner: Das weiß ich heute noch nicht. Aber das Edelweiß wächst viel weiter oben als der Enzian, und das Edelweiß schaut von ganz weit oben herunter. So weit hinauf will ich gar nicht. Ich fühle mich weiter herunten wohler.




lu