Der Gebrauch des Dialekts stelle eine Hürde für das gegenseitige Verständnis zwischen den verschiedenen Sprachgruppen dar, so Vezzali und Urzì. Das gelte auch für jene Italiener, die in der Schule Deutsch gelernt hätten, argumentierten die Landtagsabgeordneten der italienischen Mitte-Rechts-Parteien. Leider sei der Dialekt auch oft bei öffentlichen Anlässen in Gebrauch, bei Pressekonferenzen, Einweihungen usw., so Urzí und Vezzali.Im Zweifelsfall würden Südtiroler lieber auf Italienisch ausweichen. Umgekehrt habe ein Südtiroler Verständnisprobleme, wenn ein Italiener z.B. Neapolitanisch spreche. Elmar Pichler Rolle, Fraktionssprecher der SVP im Landtag, bezeichnete den Antrag als „etwas kurios“.Gravierender als der Gebrauch des Südtiroler Dialekts sei eher das Problem der mangelnden Deutschkenntnisse auch unter italienischen Beamten. Der Tiroler Dialekt sei für Italiener natürlich schwierig, bei offiziellen Anlässen sei der Dialekt aber die absolute Ausnahme, so Pichler Rolle.Eva Klotz (Südtiroler Freiheit) betonte hingegen, das von Urzí und Vezzali angesprochene Problem bestehe. Es könne vorkommen, dass z.B. bei einer Schützenveranstaltung Dialekt gesprochen werde. Die Hochsprache sei wichtig, aber der Dialekt solle nicht vernachlässigt werden, er sei die erste Muttersprache, so die Landtagsabgeordnete. Eine Pflicht zur Hochsprache lehne sie ab. Sie fordere aber alle Südtiroler auf, im Gespräch mit Italienern die Hochsprache zu verwenden, so Klotz in ihrer Stellungnahme im Landtag. Für Riccardo Dello Sbarba (Grüne) ist das Problem real, aber falsch gestellt. Der Dialekt sei die Sprache des Herzens, aber es gebe Gelegenheiten, bei denen die Hochsprache angebracht sei. Andererseits müssten sich die Italiener, die in Südtirol keinen eigenen Dialekt hätten, daran gewöhnen, dass der Dialekt kein Fehler sei.Der Beschlussantrag von Vezzali und Urzì wurde auf der Nachmittagssitzung des Landtages mit 13 Ja- und 15 Nein-Stimmen nur knapp abgelehnt.