Dienstag, 01. Oktober 2019

US-Außenminister in Rom – Bauern protestieren

US-Außenminister Mike Pompeo ist am Dienstag in Rom mit dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella und Ministerpräsident Giuseppe Conte zusammengetroffen. Einzelheiten der Gespräche wurden zunächst nicht bekannt. Rom ist die erste Station einer Europareise, die den US-Chefdiplomaten auch nach Montenegro, Nordmazedonien und Griechenland führen wird.

US-Außenminister Mike Pompeo traf am Dienstag Giuseppe Conte.
US-Außenminister Mike Pompeo traf am Dienstag Giuseppe Conte. - Foto: © APA/afp / ALBERTO PIZZOLI

Die italienische Regierung erhofft sich von den USA ein stärkeres Engagement für eine Lösung des Libyen-Konflikts. Die Eskalation der Gewalt in der früheren italienischen Kolonie wird in Rom mit großer Sorge betrachtet. Außerdem dürfte es auch um Handelsfragen gehen. Italien fürchtet fatale Auswirkungen möglicher US-Strafzölle gegen die EU vor allem für die eigenen Lebensmittelexporte.


Landwirte mit Parmesankäse, Parmaschinken, Chianti-Wein und anderen Produkten kamen am Dienstag zu einer Spontandemonstration vor dem Quirinalspalast zusammen, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete.

Der Handelsaustausch zwischen Italien und den USA beläuft sich nach US-Angaben auf knapp 100 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro). Italien ist ein enger Nato-Verbündeter. Laut US-Außenministerium ist es das europäische Land mit der zweithöchsten Zahl von US-Truppen. Insgesamt 30 000 US-Soldaten, Zivilangestellte des Verteidigungsministeriums und Familienangehörige lebten in Italien.

Pompeo bleibt drei Tage in Italien. Er trifft im Vatikan Papst Franziskus und nimmt an einem Symposium zur Religionsfreiheit teil. Außerdem reist er in die Abruzzen, wo er familiäre Wurzeln hat. Laut State Department ist Pompeo der erste Italo-Amerikaner als Außenminister. Nach italienischen Presseberichten sind sowohl die Eltern seines Großvaters als auch die Eltern seiner Großmutter väterlicherseits um die Wende zum 20. Jahrhundert aus der Abruzzenregion nach Amerika ausgewandert.

dpa