Dienstag, 12. Januar 2021

US-Außenminister Pompeo sagt letzte Europareise ab

Der scheidende US-Außenminister Mike Pompeo hat seine letzte Auslandsreise abgesagt. Wie sein Büro am Dienstag mitteilte, will Pompeo einen „reibungslosen Übergang“ zur künftigen Regierung des Demokraten Joe Biden unterstützen. Aus diesem Grund sei ein für Mittwoch geplanter Besuch bei der NATO in Brüssel abgesagt worden.

US-Außenminister Pompeo.
US-Außenminister Pompeo. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / ANDREW HARNIK
Pompeo wollte ursprünglich am Mittwochabend mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu einem Essen hinter verschlossenen Türen zusammentreffen. Für Donnerstag wäre ein Treffen mit Belgiens Außenministerin Sophie Wilmès geplant gewesen. Auch ein Besuch bei Pompeos Amtskollegen Jean Asselborn in Luxemburg wird nicht stattfinden, wie ein Luxemburger Regierungsvertreter bestätigte.

Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr dagegen von EU-Diplomaten und anderen mit dem Vorgang vertrauten Personen, Hintergrund sei, dass die Europäer Pompeo die kalte Schulter gezeigt hätten. So sei kein ursprünglich geplantes Treffen Pompeos mit seinem luxemburgischen Kollegen Jean Asselborn zustande gekommen.

Auch beim anschließend angesetzten Besuch in Brüssel hätten keine Gespräche mit EU-Vertretern auf dem Plan gestanden. Einer der Diplomaten sagte Reuters, nach der Stürmung des Kapitols brächte ein Treffen mit Pompeo die US-Verbündeten in Verlegenheit.

Zuvor hatte die „New York Times“ über die Absage des Besuchs bei Asselborn berichtet. Luxemburgs Außenminister hatte US-Präsident Donald Trump nach dem Sturm auf das Kapitol durch randalierende Trump-Anhänger als „Kriminellen“ und „politischen Pyromanen“ bezeichnet.


apa