Elf Tag vor dem drohenden US-Staatsbankrott ist Bewegung in das US-Finanzdrama gekommen. Zwar bestritt das Weiße Haus, das es einen Durchbruch gibt. Doch US-Medien berichteten, Präsident Barack Obama und der Republikaner-Führer John Boehner seien sich näher gekommen. Allerdings formierte sich zugleich Widerstand im Regierungslager der Demokraten. Sie wehren sich gegen einen „unsozialen Deal“, der einseitig auf Kosten der Ärmeren gehe.Die Uhr tickt: Falls es bis zum Stichtag 2. August keine Einigung auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar (zehn Billionen Euro) geben sollte, droht der größten Volkswirtschaft der Welt die Zahlungsunfähigkeit.Experten fürchten unkalkulierbare Folgen für die Weltwirtschaft, Ratingagenturen hatten bereits mit Konsequenzen bis hin zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit gedroht. Zeitweise hatten Experten gemeint, es müsse praktisch bereits bis zum 22. Juli eine Einigung geben, damit genug Zeit bleibt, das Gesetz durch das Parlament zu bringen.Den Berichten zufolge geht es bei der Annäherung zwischen den zerstrittenen Lagern um Etat-Einsparungen von etwa drei Billionen Dollar (zwei Billionen Euro) in den nächsten zehn Jahren. Zwar wurden Einzelheiten noch nicht bekannt. Doch Widerstand im Lager der Demokraten richte sich gegen „politisch schmerzhafte“ Einschnitte im Gesundheitssektor und bei den Pensionen, schreibt die „Washington Post“. Unklarheit herrsche über mögliche Steuererhöhungen für Reiche. Die Demokraten beharren als Ausgleich für soziale Einschnitte darauf.Der Sprecher im Weißen Haus, Jay Carney, wies am Donnerstag (Ortszeit) Berichte zurück, wonach eine Einigung kurz bevorstehe. „Wir sind nicht in der Nähe eines Deals“, sagte er. „Es gibt keine Fortschritte zu vermelden.“Allerdings wollte sich Obama im Laufe des Freitags erneut mit Boehner treffen, der Präsident im Abgeordnetenhaus ist und als „starker Mann“ der Republikaner gilt, berichtete der TV-Sender CNN.Berichte über eine Annäherung zwischen Boehner und Obama sind mit Vorsicht zu genießen. Bereits kürzlich soll es einen solchen Deal gegeben haben, doch dann musste Boehner auf Druck von „Fundamentalisten“ in seiner Fraktion zurückrudern.Als Bedingung für eine Anhebung des Schuldenlimits fordern die Republikaner drastische Sparmaßnahmen vor allem im Sozialbereich. Besonders Anhänger der populistischen „Tea-Party-Bewegung“ lehnen jegliche Steuererhöhungen kategorisch ab. Eine Lösung ist vor allem durch das parlamentarische Patt schwierig: Die Republikaner haben im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit, die Demokraten im Senat.dpa