Ein weiterer Angriff richtete sich nach Angaben der iranischen Atombehörde gegen eine Produktionsanlage für „Yellowcake“, den Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen in Ardakan im Zentraliran. Der Staatssender IRIB berichtete, es seien keine radioaktiven Stoffe freigesetzt worden. Die iranische Atombehörde erklärte, es habe bei beiden Angriffen keine Schäden gegeben - die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.<BR /><BR />Der Schwerwasser-Forschungsreaktor in der Nähe der Stadt Arak war bereits im Vorjahr getroffen worden, als Israel und die USA iranische Atomanlagen angriffen. Damals hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA klargestellt, dass an dem Forschungsreaktor noch gebaut worden sei und dort deshalb kein Nuklearmaterial vorhanden sei.<BR /><BR />Das israelische Militär bestätigte den Angriff und begründete ihn mit wiederholten Wiederaufbauversuchen des Irans nach den Zerstörungen im Vorjahr. „Die israelische Armee wird nicht zulassen, dass das iranische Terrorregime seine Bemühungen um die Weiterentwicklung seines Atomwaffenprogramms fortsetzt, das eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel und die gesamte Welt darstellt“, sagte ein Militärsprecher.<BR /><BR />Auch die USA nennen als ein Kriegsziel, zu verhindern, dass der Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Teheran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln.<BR /><BR />Die IAEA teilte später mit, sie sei vom Iran über den Angriff auf die Anlage in Ardakan informiert worden. Generaldirektor Raffael Grossi rufe die Konfliktparteien erneut zu Zurückhaltung auf, um jegliches Risiko eines nuklearen Unfalls zu vermeiden, hieß es.<BR /><BR />Die USA und Israel hatten bereits vor Tagen die schwer gesicherte Atomfabrik Natanz angegriffen, die aus oberirdischen und unterirdischen Einrichtungen zur Urananreicherung besteht. US-Präsident Donald Trump hat die Vernichtung des iranischen Atomprogramms als eines der Ziele des seit rund vier Wochen andauernden Krieges genannt.<BR /><BR />Die israelische Armee griff indes nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Die Angriffe richteten sich gegen „Ziele des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran“ und hielten am frühen Samstagmorgen an, erklärte die Armee am Samstag. Ein AFP-Reporter berichtete von einer schwarzen Rauchwolke über der Stadt. Es seien etwa zehn heftige Explosionen im Osten Teherans zu hören gewesen. Am Freitag waren bereits mehrere Regionen des Irans von erneuten Luftangriffen getroffen worden.<BR /><BR />Der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, rechnet noch in dieser Woche mit Gesprächen mit dem Iran. „Wir denken, dass es in dieser Woche Treffen geben wird“, sagte er bei einem Kongress im US-Bundesstaat Florida. Es blieb unklar, in welchem Rahmen diese von Witkoff erwähnten Gespräche stattfinden. Er machte dazu keine Angaben.<BR /><BR />Witkoff bekräftigte, dass die Iraner einen 15-Punkte-Plan „schon seit langer Zeit vorliegen haben“. „Wir erwarten eine Antwort von ihnen, und damit wäre alles geklärt“, sagte er. Dabei solle unter anderem die Frage zur Anreicherung von Uran ausgeräumt werden. Auch wäre damit aus Sicht Witkoffs geklärt, dass der Iran seine Bestände an angereichertem Uran abgeben müsse. Über den Plan hatten mehrere US-Medien berichtet. Witkoff betonte, die USA dürften sich „kein zweites Nordkorea im Nahen Osten“ leisten, weil das „die Region und die Welt völlig destabilisieren“ würde.<BR /><BR />Bei einem iranischen Raketenangriff auf die Prince-Sultan-Luftwaffenbasis in Saudi-Arabien wurden zwölf US-Soldaten verletzt, zwei von ihnen schwer. Diese sagt ein US-Beamter der Nachrichtenagentur Reuters. Damit steigt die Zahl der verletzten US-Soldaten seit Beginn des Krieges gegen den Iran am 28. Februar auf mehr als 300. Zuvor teilte das US-Militär mit, dass 273 von ihnen bereits wieder im Dienst sind. In dem Konflikt sind bisher 13 US-Soldaten ums Leben gekommen.