Dienstag, 23. April 2019

US-Präsident Trump bekommt Staatsbesuch in London

US-Präsident Donald Trump soll vom 3. bis 5. Juni zu einem Staatsbesuch nach London kommen. Der amerikanische Präsident und First Lady Melania haben eine Einladung von Queen Elizabeth II. angenommen, teilte der Buckingham Palace am Dienstag mit. Die Königin entspricht damit dem Wunsch der britischen Regierung. Am 6. Juni trifft Trump dann seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Donald und Melania reisen im Juni nach London. - Foto: APA (AFP)
Donald und Melania reisen im Juni nach London. - Foto: APA (AFP)

Der Trump-Besuch ist jedoch höchst umstritten. Es wird mit massiven Protesten gerechnet. Premierministerin Theresa May hatte die Einladung an Trump bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2017 ausgesprochen. Sie stieß damit in ihrem Land auf Empörung. Eine Staatsvisite wird anders als ein normaler Arbeitsbesuch mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert und gilt als besondere Ehrung. Vor Trump wurde sie nur zwei US-Präsidenten zuteil: George W. Bush und Barack Obama. Zu einem Staatsbesuch gehört unter anderem die Fahrt in einer vergoldeten Kutsche über die Prachtstraße The Mall in London und ein Staatsbankett im Buckingham-Palast.

John Bercow wirft Trump Rassismus und Sexismus vor

Beim Trump-Besuch wird mit massiven Protesten gerechnet. Parlamentspräsident John Bercow hatte einst angekündigt, den US-Präsidenten nicht für eine Rede im Palace of Westminster zu empfangen. Indirekt warf er Trump Rassismus und Sexismus vor. Am Dienstag sagte er, eine solche Anfrage, wenn es sie gäbe, werde nach den üblichen Kriterien geprüft.

Der Staatsbesuch hätte längst stattfinden sollen. Doch London ließ sich mit einem Termin wohl im Hinblick auf die erwarteten Proteste Zeit. Einen Vorgeschmack auf den Event gab es im Juli vergangenen Jahres, als Trump zu einem mehrtägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien kam. Er war in der Botschafterresidenz in London untergebracht, nahm aber nur Termine außerhalb der Hauptstadt wahr und reiste per Hubschrauber. Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit der Queen auf Schloss Windsor.

apa/dpa/ag.

stol