Montag, 01. Juni 2020

US-Prominente gegen Polizeigewalt und Rassismus

Nach Tagen voller Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA haben sich zahlreiche Prominente zu Wort gemeldet. So hat sich etwa der für gewöhnlich unpolitische Ex-Basketballer Michael Jordan geäußert und der Familie von George Floyd sein Mitgefühl ausgedrückt. Der „berühmteste Häftling der Welt“, das Model Jeremy Meeks, nahm derweil selbst an den Protesten in Santa Monica teil.

Betrübt, verletzt und wütend: Michael Jordan
Betrübt, verletzt und wütend: Michael Jordan - Foto: © SID / FRANCK FIFE
„Ich bin zutiefst traurig, wirklich gequält und einfach wütend. Ich sehe und fühle jedermanns Schmerz, Empörung und Wut“, leitete Jordan seine via seiner Sprecherin veröffentlichte Stellungnahme ein. Der ehemalige Superstar der Chicago Bulls sagte, er habe keine Antworten. Man müsse einander zuhören, Einigkeit zeigen und dürfe sinnloser Gewalt nie den Rücken kehren.

Jordan reiht sich damit ein in die Vielzahl von prominenten (Ex-)Sportlern in den USA, die seit Bekanntwerden des Vorfalls am vergangenen Montag ihre Wut und ihre Sorge öffentlich gemacht haben. Schon sehr früh waren die Basketball-Größen Stephen Curry und LeBron James in den sozialen Netzwerken aktiv.

Sportgrößen unisono gegen Polizeigewalt

Neben Jordans ehemaligem Club, den Chicago Bulls, äußerte sich am Sonntag auch der Trainer der LA Clippers, Doc Rivers, in einer Stellungnahme. Er bezog sich darin auch auf die Randale, die in den vergangenen Tagen die zuvor meist friedlichen Proteste zunehmen abgelöst haben. Diese Reaktion auf den Tod Floyds habe sich seit Jahrzehnten angebahnt, schreibt Rivers. Zu oft verurteilten Menschen die Reaktion auf etwas und nicht den Auslöser. „Schwarz zu sein in Amerika ist hart“, schrieb Rivers und betonte im gleichen Text. „Dies ist kein afroamerikanisches Problem. Das ist ein Problem der Menscheit.“

Jeremy Meeks demonstriert mit

Auch über die Sportwelt hinaus haben zahlreiche Prominente gegen die Polizeigewalt Stellung bezogen. Das Model, Jeremy Meeks, u. a. bekannt als „der bekannteste Häftling der Welt“ (ehemaliges Gangmitglied) teilte etwa auf seinem Instagram-Account seine Eindrücke von den Protesten in Santa Monica. Kurz darauf meldete er sich noch einmal mit dem Hinweis, es sei ihm nach etwa 15-20 Minuten zu brutal, zu verrückt geworden, zu Wort.

dpa/stol