Donnerstag, 05. November 2020

US-Staat Pennsylvania erwartet Wahlergebnis noch am Donnerstag

In Pennsylvania kann nach Auskunft der zuständigen Behörde bis Donnerstagabend (Ortszeit) mit einem Ergebnis der Präsidentschaftswahl gerechnet werden. Zurzeit seien rund 550.000 Stimmzettel noch nicht ausgezählt, sagte Staatssekretärin Kathy Boockvar dem TV-Sender CNN. Sie sei zuversichtlich, dass die meisten dieser Stimmen am Donnerstag gezählt werden könnten.

Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent lag der republikanische Präsident Donald Trump mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor dem demokratischen Herausforderer Joe Biden mit 48,5 Prozent.
Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent lag der republikanische Präsident Donald Trump mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor dem demokratischen Herausforderer Joe Biden mit 48,5 Prozent. - Foto: © APA/getty / SPENCER PLATT
Auf die Frage, ob bis zum Ende des Tages (Freitagmorgen MEZ) ein Gewinner in Pennsylvania bekanntgegeben werden könnte, antwortete sie: „Ja, das könnten wir definitiv.“

Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, allein 100.000 aus dem Großraum der Millionenstadt Philadelphia, die als Hochburg der Demokratischen Partei gilt. Bei einem Auszählungsstand von 92 Prozent lag der republikanische Präsident Donald Trump mit 50,2 Prozent der Stimmen knapp vor dem demokratischen Herausforderer Joe Biden mit 48,5 Prozent.

Zu den nach Schließung der Wahllokale eingetroffenen Briefwahlstimmen sagte Boockvar, sie erwarte nicht, dass diese das Ergebnis nennenswert beeinflussen könnten. Am Mittwoch seien 500 Wahlbriefe eingetroffen. In Pennsylvania sind auch Briefwahlstimmen gültig, die wegen Verspätungen im Postversand bis Freitag eintreffen.

„Wir zählen jede Stimme“, sagte die Staatssekretärin. Sie betonte, dass die Auszählung für alle transparent und offen sei. Jeder Kandidat und jede Partei habe autorisierte Vertreter benannt, um die Auszählung zu beobachten.

Im wichtigen US-Bundesstaat Nevada hat Trump-Herausforderer Joe Biden seinen knappen Vorsprung ausgebaut. Biden hat gute Chancen auf einen Wahlsieg.


Verwirrung um Arizona – Wann Kandidaten zum Sieger erklärt werden

Während der TV-Sender Fox News und die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) schon in den Stunden nach der Wahl den Demokraten Joe Biden zum Gewinner in dem Bundesstaat erklärt hatten, hielten sich andere Medien weiter zurück. Tatsächlich lagen der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und Biden sehr lange eng beieinander.

Am Donnerstag erklärte AP-Chefredakteurin Sally Buzbee: „Die Associated Press beobachtet und analysiert weiterhin die Auszählungsergebnisse der Stimmen aus Arizona, während sie eintreffen.“ Sie betonte: „Wir werden den Fakten in allen Fällen folgen.“

In den USA gibt es keine Bundeswahlleitung, stattdessen führen Meinungsforscher Nachwahlbefragungen durch. Die Nachrichtenagentur AP unterhält ein Netz von tausenden Helfern, die tatsächliche gemeldete Ergebnisse von lokalen Wahlhelfern zusammen führen. Üblicherweise wird die Präsidentenwahl auf der Basis von Prognosen großer Medienhäuser entschieden. Eine herausragende Stellung kommt dabei AP zu: Die Nachrichtenagentur wird für ihre Unabhängigkeit und Genauigkeit geschätzt. Sobald AP den Gewinner vermeldet, gilt die Wahl eigentlich als entschieden.

Die Unterschiede bei bereits prognostizierten Siegern liegen an unterschiedlichen Methoden von Hochrechnungen und Analysen. Sender und Agenturen richten „Decision Desks“ ein, spezielle Teams mit Statistikern und Politikwissenschaftlern, die sich erste Ergebnisse und Nachwahlbefragungen anschauen. Sie wägen ab, ob sich auf dieser Basis und mit Blick auf noch ausstehende Stimmen mit Sicherheit ein Kandidat als Sieger hochrechnen lässt – allerdings hat jedes Medium andere Kriterien, um diese Entscheidung abzuwägen.

Die Nachrichtenagentur dpa orientiert sich bei ihren Ergebnismeldungen zur Wahl in den USA in erster Linie an AP. Prognosen und Zwischenstände meldet dpa auch auf Basis von 2 US-Sendern, wenn diese übereinstimmend berichten.

dpa

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