Montag, 22. März 2021

US-Supreme Court befasst sich mit Fall von Boston-Attentäter Zarnajew

Das oberste US-Gericht will den Fall des Bostoner Bombenattentäters Dschochar Zarnajew aufgreifen und die Aufhebung von dessen Todesstrafe auf den Prüfstand stellen.

Der Supreme Court wird sich mit dem Fall des Bostoner Bombenattentäters Zarnajew befassen.
Der Supreme Court wird sich mit dem Fall des Bostoner Bombenattentäters Zarnajew befassen. - Foto: © APA/AFP / Stefani Reynolds
Der Supreme Court kündigte am Montag an, die Entscheidung eines Berufungsgerichts zu überprüfen, das im vergangenen Sommer entschieden hatte, Zarnajew von der Todesstrafe zu verschonen. Der gebürtige Tschetschene war wegen des islamistischen Anschlags auf den Marathonlauf in Boston 2013 verurteilt worden.

Das Berufungsgericht hatte das Todesurteil gegen Zarnajew im vergangenen Jahr mit der Begründung aufgehoben, im Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen unvoreingenommen gegenüber dem Angeklagten seien. Das US-Justizministerium der damaligen Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin den Supreme Court angerufen, diese Entscheidung zu überprüfen.

Biden lehnt im Gegensatz zu Trump Todesstrafe generell ab

Diesem Antrag kommt das oberste US-Gericht nun nach.
Unklar ist, wie sich die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden mit Blick auf den konkreten Fall positionieren wird. Während Trump insgesamt ein Befürworter der Todesstrafe war, lehnt dessen Amtsnachfolger Biden diese generell ab.

Zarnajew hatte im April 2013 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Tamerlan im Zieleinlauf des Marathons in Boston (US-Staat Massachusetts) 2 mit Schnellkochtöpfen gebastelte Sprengsätze gezündet. Dabei waren 3 Menschen – darunter ein 8-jähriger Bub – getötet und 260 weitere verletzt worden.

Bei einer tagelangen Verfolgungsjagd wurden Tamerlan Zarnajew und ein Polizist getötet. Dschochar Zarnajew wurde kurz nach dem Anschlag schwer verletzt gefasst. Er gestand die Tat und sitzt heute in einem Hochsicherheitsgefängnis in den USA.

dpa