Samstag, 07. November 2020

US-Wahl: Hohe Wahlbeteiligung, starke regionale Unterschiede

Die Wahlbeteiligung bei der US-Präsidentenwahl ist bereits jetzt höher als beim Urnengang vor 4 Jahren und kann laut Berechnungen der Experten der Tageszeitung „Washington Post“ und von Edison Research sogar den Wert von 1960 übertreffen. Damals gaben 63,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2016 votierten 60,1 Prozent der wahlberechtigten US-Bürger, nun sind es nach bisherigem Auszählungsstand 61,5 Prozent.

Die Präsidentenwahl 2020 könnte eine Jahrhundertwahl werden.
Die Präsidentenwahl 2020 könnte eine Jahrhundertwahl werden. - Foto: © APA (AFP) / ROBYN BECK
Nach Ende der Auszählung könnte eine Wahlbeteiligung von über 66 Prozent erreicht werden. Damit wäre es die Präsidentenwahl mit der höchsten Beteiligung seit dem Jahr 1900, als 73,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben. Damals durften Frauen, asiatische US-Bürger und viele indianische Ureinwohner nicht wählen, die Stimmabgabe der Schwarzen wurde behindert und unterdrückt.

Dabei ist heuer die Beteiligung an der Präsidentenwahl in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich ausgefallen. Nach bisherigen Zahlen wählten in dem im Norden der USA gelegenen Minnesota 79,4 Prozent, im Nachbarstaat Wisconsin 75,5 Prozent und in Michigan 73,2 Prozent. Auch in Florida lag die Wahlbeteiligung mit bisher 70,9 Prozent deutlich über dem Schnitt. Niedriger als im Schnitt war die Wahlbeteiligung etwa im Bundesstaat Tennessee mit 59,5 und Oklahoma mit 54,8 Prozent sowie in Utah mit 54,5 Prozent.

Im traditionell heiß umkämpften Swing State Pennsylvania war die Wahlbeteiligung mit bisher 68,6 Prozent die höchste der letzten 40 Jahre. Auch in Iowa (72,7 Prozent), North Carolina (70,4 Prozent) und Georgia (67,3 Prozent) sowie mehreren anderen Bundesstaaten wurden 40-Jahres-Rekorde gebrochen.
Die Auszählungen sind derzeit im Gange, die Chancen für Joe Biden auf einen Wahlsieg stehen gut.

apa

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