Samstag, 16. Februar 2019

USA gefährden Verlängerung von Abrüstungsvertrag New Start

Russland wirft den USA vor, die 2021 anstehende Verlängerung des letzten verbleibenden Atomwaffen-Abrüstungsvertrages New Start zu gefährden. „Wir befürworten die Verlängerung des Abkommens um weitere fünf Jahre“, sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Riabkow (Rjabkow) am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Russland soll vergeblich versucht haben, mit den USA einen Lösungsvorschlag auszuarbeiten.
Russland soll vergeblich versucht haben, mit den USA einen Lösungsvorschlag auszuarbeiten. - Foto: © shutterstock

Zunächst müsse aber der problematische Umgang der USA mit dem Abkommen geklärt werden, das die Zahl der strategischen Atomwaffen und der zugehörigen Trägersysteme begrenzt. Die USA hätten aus der Zählung ihrer Trägersysteme künstlich 56 U-Boote und 41 Langstreckenbomber des Typs B52H entfernt, kritisierte er.

Sie seien auf eine Art und Weise zu nicht-atomaren Trägersystemen erklärt worden, die sich nicht verifizieren lasse.

Letzter Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen Russland und USA

Russland habe mehrfach mit den USA gesprochen und Vorschläge gemacht, wie sich das Problem lösen lasse, aber keine Antwort erhalten, kritisierte Riabkow. „Daher sehe ich ein zunehmendes Risiko, dass diese (US-)Regierung über den Vertrag absichtlich weiter so redet, als ob wir viel Zeit hätten und keinen Grund zur Sorge, und dann läuft dieser Vertrag einfach aus.“

Die USA und Russland hatten zuletzt das INF-Abkommen ausgesetzt, das landgestützte atomare Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern verbietet. Der New-Start-Vertrag wurde 2010 in Prag unterzeichnet und trat 2011 in Kraft. Nach dem Kollaps des INF-Vertrags ist New Start der letzte verbleibende Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland.

apa/reuters

stol