Allerdings schloss die US-Regierung nicht aus, ihren Beitrag später wieder zu bezahlen. Washington bestreitet 22 Prozent des UNESCO-Etats. Die UNESCO hatte am Montag in Paris als erste Organisation der Vereinten Nationen Palästina als eigenständigen Staat und Vollmitglied aufgenommen. Israel drohte mit Konsequenzen. Die Palästinenser reagierten begeistert.In der Generalkonferenz der UNESCO stimmten 107 Mitgliedstaaten für den umstrittenen Aufnahmeantrag. Von den drei größten Geldgebern votierten die USA und Deutschland dagegen. Japan enthielt sich der Stimme.Die Entscheidung für die Aufnahme Palästinas kam nach Informationen aus der UNESCO nicht überraschend. Es gebe schon lange eine große Mehrheit von Ländern, die die Sache der Palästinenser unterstützten, hieß es. Viele Mitgliedsstaaten seien der Ansicht, dass in der Palästinenser-Frage endlich einmal etwas passieren müsse. Das von den USA in Spiel gebrachte „Geldproblem“ habe für manche wie Erpressung geklungen und sie noch in ihrer Überzeugung gestärkt, mit Ja zu stimmen.Die USA kritisierten die Aufnahme. „Das heutige Votum (...) ist bedauernswert, voreilig und untergräbt unser gemeinsames Ziel eines umfassenden, gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten“, sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland in Washington. Die USA würden Mitglied in der UNESCO bleiben und in Konsultationen mit dem Kongress sicherstellen, „dass US-Interessen und Einfluss gewahrt bleiben“.Die Palästinenser hatten Ende September bereits einen Antrag auf Aufnahme als Vollmitglied in die Vereinten Nationen gestellt. Es gilt als sicher, dass er wegen des Veto-Rechts der USA im UNO-Sicherheitsrat nicht durchkommt. Dagegen gibt es in der UNESCO keine Vetomöglichkeit, an der die Aufnahme neuer Mitglieder scheitern könnte. apa/dpa/afp