Eine Stellungnahme der USA war zunächst nicht zu erhalten. Während des Antrittsbesuchs von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel riss ein Selbstmordattentäter in Kabul neun Menschen mit in den Tod.Karzai sagte am Sonntag in Kabul, in Katar kämen ranghohe Vertreter der Taliban und der USA täglich zu Gesprächen zusammen. „Die Taliban weisen Karzais Äußerungen entschieden zurück“, sagte dagegen ein Sprecher der Islamisten. Seit Abbruch der Gespräche 2012 habe es keine Fortschritte gegeben.Die Taliban hatten die Kontakte vor einem Jahr mit der Begründung abgebrochen, die Positionen der USA seien unklar. Die Regierung in Washington hatte zuletzt erklärt, sich verpflichtet zu fühlen, den Friedensprozess mit den Taliban voranzutreiben. Dazu bedürfe es aber auch der Einigung zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban.Die afghanische Regierung dringt auf Verhandlungen mit den Taliban, bevor die US-geführten NATO-Kampftruppen das Land bis Ende des kommenden Jahres verlassen. Afghanische Regierungsvertreter haben bisher keine direkten Gespräche mit den Taliban geführt, deren Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gestürzt wurde.Botschaft an US-Minister HagelDie Taliban bekannten sich zu dem Bombenanschlag vor dem Verteidigungsministerium am Samstag in Kabul. Es handle sich um eine Botschaft an US-Minister Hagel, der zum Antrittsbesuch am Hindukusch ist. Hagel befand sich einem Sprecher der internationalen ISAF-Truppen zufolge nicht in der Nähe. Bei den Toten in Kabul handle es sich um Zivilisten, sagte ein afghanischer Ministeriumssprecher. 14 Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Sicherheitskräfte. Nach Auskunft eines US-Militärvertreters hielt sich der Minister an einem sicheren Ort in einem ISAF-Gebäude auf. Aus Sicherheitsgründen wurde nach US-Angaben am Sonntag eine Pressekonferenz von Hagel und Karzai abgesagt.Hagel sollte während seines Besuchs mit Präsident Karzai über das angespannte Verhältnis zwischen Afghanistan und den 66.000 US-Soldaten im Land sprechen. Thema dürften insbesondere Anordnungen Karzais gewesen sein, die die Bewegungsfreiheit des US-Militärs beschränken. So sollten die Truppen bis Samstag die Provinz Wardak verlassen. Karzai warf den US-Truppen und von ihnen gegründeten „illegalen bewaffneten Gruppierungen“ vor, die dortige Bevölkerung zu schikanieren.apa/reuters/afp