Der Radfahrer quält sich den Berg hinauf, hinter ihm schleicht ein Bus, der auf der engen Passstraße nicht überholen kann, und hinter diesem wiederum kriecht eine Autoschlange dahin: Alltagsszenen im Tourismusland Südtirol. Am Valparolapass soll ein Projekt umgesetzt werden, das Abhilfe verspricht.<BR /><BR /><BR /><i>Von Hatto Schmidt</i><BR /><BR /><BR />Auf 2 Abschnitten, auf denen sowieso Arbeiten durchgeführt werden müssen, wird auf der bergwärts führenden Fahrbahn ein 1,5 Meter breiter Randstreifen dazugebaut, der mit einer durchgezogenen Linie von der Fahrbahn abgetrennt wird und somit Radfahrern vorbehalten bleibt. Autos dürfen nicht in diesen Bereich hinüberwechseln, Radfahrer nicht auf die Straße.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="628712_image" /></div> <BR /><BR />„Busse, Autos und Radfahrer: Das ist eine gefährliche Kombination“, sagt Mobilitäts-Landesrat Daniel Alfreider, „wir wollen dem Radfahrer als dem schwächsten Verkehrsteilnehmer Sicherheit geben.“ <BR /><BR />Um solche Radspuren zu bauen, braucht es nur eine geringe Verbreiterung der Straßen. Die Wartung und Instandhaltung erfordert – anders als bei einem eigenen Radweg – keine Mehrarbeit: Steinschlagschutz wird an betroffenen Stellen wegen der Straße sowieso gebaut, und beim Schneeräumen wird die Radspur einfach mitgeräumt. „Eigene Radwege abseits der Straße verursachen bei der Erhaltung dagegen hohe Kosten, für welche die Bezirksgemeinschaften aufkommen müssen. Das wollen wird vermeiden“, sagt Alfreider. Auch der Bau neuer Radwege kostet viel Geld. <BR /><BR />Bisher erlaubten die technischen Normen einen solchen Straßenquerschnitt nicht. Seit einem halben Jahr arbeitet die Landesabteilung Tiefbau an der Ausarbeitung des neuen Querschnittes, der die Radspur erlaubt und auch mit den staatlichen Normen vereinbar ist. Bis Mai soll er genehmigt sein. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="628715_image" /></div> <BR /><BR />Vorerst werden 2 Abschnitte auf der Straße zwischen dem Langlaufzentrum auf Sciaré und der Passhöhe des Valparolapasses erweitert. Begonnen wird bei 2 Kehren (siehe Grafik), die im Bereich eines Rutschhanges liegen und sowieso abgesichert werden müssen. Dort muss die Straßentrasse auch etwas verlegt werden. Der Beschluss dazu steht heute auf der Tagesordnung der Landesregierung; er ist urbanistische Voraussetzung für die Errichtung der Radspur. Deren Ausschreibungsplanung ist bereits im Gang, nächstes Jahr soll gebaut werden.<BR /><BR /><embed id="dtext86-48471064_quote" /><BR /><BR />„Das Projekt haben wir in engem Austausch mit Claudio Canins entwickelt, dem technischen Direktor der Maratona dles Dolomites“, erläutert Alfreider. Finanziert wird es über die Gelder, die Rom für die nachhaltige Verbesserung von Infrastrukturen im Blick auf die Olympischen Winterspiele 2026 bereitstellt, bei denen Antholz und Ampezzo/Cortina d'Ampezzo Austragungsorte von Wettbewerben sein werden. 5,21 Millionen Euro sollen die Arbeiten am Valparolapass kosten. <BR /><BR />Radspuren sollen in Zukunft auch auf anderen Straßen in Südtirol gebaut werden, vor allem auf den Passstraßen. „Aber das ist noch ein langer Weg; das wird künftig vor allem bei der Erneuerung von Straßen geschehen“, sagt Alfreider.