Dienstag, 08. Juni 2021

Van der Bellen: Italien kommt mit Draghi gut aus Coronakrise

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen gibt Italien „gute Chancen“, mit dem seit Februar amtierenden Premier Mario Draghi erfolgreich aus der Coronakrise zu kommen.

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen traf Italiens Premier Mario Draghi. - Foto: © APA/BUNDESHEER / PETER LECHNER
Er habe gegenüber Draghi aus dessen Zeit als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2011 bis 2019 eine große Wertschätzung, so Van der Bellen am Dienstag zum Abschluss seines Rom-Besuchs nach einen Treffen mit Italiens Premier. Draghi sei sicher der Richtige, um in Italien notwendige Reformen umzusetzen.

Diese seien wohl auch notwendig, um das milliardenschwere EU-Wiederaufbaukonzept umzusetzen, meinte Van der Bellen und nannte als Beispiele, das Nord-Süd-Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden Italiens. Dieses betreffe etwa die Arbeitslosigkeit, auch unter Jugendlichen.

„Es gibt Vieles, das im Norden funktioniert, im Süden aber nicht. Österreich hat jedenfalls großes Interesse daran, dass es Italien gut geht und dass sich die Wirtschaft erholt“, unterstrich Van der Bellen und verwies auf die engen ökonomischen Verflechtungen beider Länder.

Allein das Volumen des Handels Österreichs mit der italienischen Region Lombardei übertreffe jenes mit Russland, erinnerte Van der Bellen. Er habe Draghi jedenfalls „alles Glück der Welt gewünscht“. Er sei überzeugt, dass Italien unter seiner Führung erfolgreich sein werde. Bereits am Montag hatte der Bundespräsident mit Präsident Sergio Mattarella Post-Covid-Strategien erörtert.

Treffen mit Südtiroler Abgeordneten

Zum Abschuss seiner Reise nach Rom traf sich Van der Bellen auch mit Südtiroler Abgeordneten. Beim Thema Südtirol ist weiter die Frage einer generellen Amnestie der noch lebenden Südtiroler Attentäter, der 3 sogenannten „Pusterer Buam“, offen.

Am Montag war Van der Bellen auch mit Papst Franziskus und Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einer Atmosphäre „von großem Respekt und gegenseitiger Zuneigung“ zusammengekommen. Hauptthemen im Vatikan waren neben der Corona-Pandemie auch Umwelt-, Klima- und EU-Fragen, wie die Erweiterungsfrage am Westbalkan. Als Geschenk erhielt das Kirchenoberhaupt eine symbolische Ziegenherde, die mittels einer Caritas-Hilfsaktion bedürftigen Familien in Burundi zugutekommen wird.

Brennertransit ist ein „heikles Thema“


Begleitet wurde der Bundespräsident in Rom von seiner Ehefrau Doris Schmidauer sowie den Ministerinnen Karoline Edtstadler (Europa/EU/ÖVP) und Leonore Gewessler (Umwelt/Grüne). Für den späten Dienstagabend ist für den Großteil der Delegation der Rückflug nach Wien vorgesehen.

Nicht an Bord wird Ministerin Gewessler sein, die umweltbewusst den Nachtzug nimmt. Sie traf am Dienstag noch den italienischen Verkehrsminister Enrico Giovannini. Dabei ging es nicht zuletzt um die Transitproblematik am Brenner. Das sein ein „heikles Thema“, bestätigte auch Van der Bellen. Bis der Brennerbasistunnel gebaut sein werde, werde schließlich noch viel Zeit vergehen.

apa/stol

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