Die Welt ändere sich stündlich, alte Bindungen gingen verloren. Umso wichtiger sei die Entwicklung der sozialen Säule in der EU. Nicht nur für die Gewerkschaften sei es wesentlich, an ein vereintes Europa zu glauben. Kritik gab es von Van der Bellen an „nationalistischen Strömungen”. Es gebe „verschiedene Parteien, die im Ernst glauben, allein” agieren zu können. „Ich denke nur an (Marine) Le Pen in Frankreich, die das mehrfach gesagt hat, obwohl sie jetzt kürzer tritt, dass sie die Union zerstören will. Mit allen Folgen. So naiv muss man sein. Nicht einmal für Deutschland gilt das, geschweige denn für ein kleines Land wie Österreich”.„Demokratie allein genügt nicht"Bedenklich sei die Entwicklung, dass die Sozialpartnerschaft auch in Europa unter Druck stehe. Van der Bellen betonte auch, dass „Demokratie allein nicht genügt. Das ist die Herrschaft der Mehrheit. Es muss zusätzlich auch den Schutz der Minderheiten geben, wer immer das ist”.Er habe „mit Erstaunen” festgestellt, dass auch bei „vielen Diskussionen zwischen sehr intelligenten Leuten man sich ausschließlich auf die innenpolitische Situation in Österreich fixiert und der folgende Sonntag der EU-Wahlen und die darauf folgenden Monate in europäischen Verhandlungen vollständig aus dem Blickfeld geraten. Wir alle laufen Gefahr, in solchen Situationen den Blick zu verengen, quasi nur auf den eigenen Kirchturm zu schauen und zu vergessen, dass es noch 27 andere Kirchtürme gibt”.apa