Mittwoch, 20. Februar 2019

Venezuelas Militär in „Alarmbereitschaft”

Die venezolanische Armee ist wegen angekündigter US-Hilfslieferungen in Alarmbereitschaft versetzt worden und hat die Luft- und Seegrenze zu den niederländischen Karibikinseln Aruba, Bonaire und Curaçao geschlossen. Die Streitkräfte würden „die territoriale Integrität” des Landes schützen, warnte Verteidigungsminister Vladimir Padrino.

Hilfslieferungen aus den USA sollen den Menschen in Venezuela helfen. - Foto: APA (AFP)
Hilfslieferungen aus den USA sollen den Menschen in Venezuela helfen. - Foto: APA (AFP)

Er bekräftigte die „uneingeschränkte Loyalität” der Militärführung gegenüber Staatschef Nicolás Maduro. Unterdessen bestätigte der venezolanische Admiral Vladimir Quintero, die See- und Luftgrenze zu den sogenannten ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao sei geschlossen worden. Gründe oder Details nannte der für die Region zuständige Kommandant nicht. Curaçao war zuletzt aber im Gespräch, eine Drehscheibe für Hilfslieferungen für Venezuela zu werden.

Auf die am nächsten zu Venezuela gelegenen Insel, die Teil der niederländischen Antillen ist, flüchteten zudem bisher rund 15.000 Menschen aus Venezuela, wie Menschenrechtsorganisationen schätzen. Curaçao liegt rund 80 Kilometer von Venezuela entfernt und ist ein selbstständiges Land im Königreich der Niederlande.

Die humanitäre Hilfe für Venezuela aus dem Ausland wird zusehends zum Spielball in dem Machtkampf zwischen Maduro und seinem Kontrahenten Juan Guaidó. Der Oppositionsführer und selbsternannte Übergangspräsident hat die Maduro-Regierung aufgefordert, bis Samstag hauptsächlich aus den USA gelieferte Medikamente und Lebensmittel ins Land zu lassen.

Maduro weigert sich aber kategorisch, US-Hilfen ins Land zu lassen. Er sieht sie als Vorwand, um den Boden für eine US-geführte Militärintervention zu bereiten.

Hilfsgüter sind bereits in einem Lager in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta angekommen. Die venezolanische Armee blockiert aber die dortige Tienditas-Grenzbrücke. Brasilien will an der Grenze zu Venezuela ebenfalls ein Lager für Hilfsgüter einrichten und plant eine „Kooperation” mit den USA, wie Regierungssprecher Otávio Régo Barros am Dienstag sagte.

Ein drittes Lager soll auf Curaçao eingerichtet werden. Dort wird ein Flugzeug mit Hilfsgütern aus Miami erwartet.

apa/dpa/ag.

stol