Zuvor hatte Vizepräsidentin Delcy Rodriguez das US-Vorgehen als „Entführung“ bezeichnet und die sofortige Freilassung gefordert. Maduro sei der „einzige Präsident Venezuelas“, sagte sie im venezolanischen Fernsehen. Außenminister Yvan Gil warf den USA vor, mit ihrem Angriff den Frieden in Lateinamerika gestört zu haben. „Der Frieden in Lateinamerika wurde durch diese Aktion gestört“, sagt Gil am Sonntag der russischen staatlichen Nachrichtenagentur RIA.<BR /><BR />US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die USA würden das ölreiche Venezuela nun vorerst unter ihre Kontrolle stellen, seine Regierung stehe in Kontakt mit Rodriguez und sie ⁠zeige sich kooperativ. Washington hatte angekündigt, nach der Absetzung ⁠Maduros einen „sicheren, ordnungsgemäßen und angemessenen Übergang“ in Venezuela zu organisieren.<BR /><BR />Zugleich sorgte Trump für eine politische Überraschung, indem er eine Zusammenarbeit mit der führenden Oppositionsführerin Maria Corina Machado ausschloss. Machado, Friedensnobelpreisträgerin von 2025, habe „weder die Unterstützung noch den Respekt innerhalb des Landes“, sagte Trump auf einer Pressekonferenz. Die Äußerung löste umgehend Empörung bei Unterstützern Machados aus, die als aussichtsreichste Gegnerin Maduros galt.<BR /><BR />Trump bestätigte die Gefangennahme Maduros bei einem vorherigen US-Militäreinsatz in Venezuela. Bei Bedarf würden auch US-Truppen in das südamerikanische Land entsandt, sagte er. In der Folge strichen zahlreiche internationale Fluggesellschaften Flüge ⁠in die Region.<BR /><BR />Die ⁠Verfassungskammer des Obersten Gerichtshofs von Venezuela ernannte Rodríguez zur Interimspräsidentin infolge der Gefangennahme Maduros. Rodríguez solle das Amt übernehmen, um die „Kontinuität der Verwaltung und die umfassende Verteidigung der Nation“ ⁠zu gewährleisten, hieß es in der Gerichtsentscheidung. Das Gericht kündigte zudem an, über die „rechtlichen Grundlagen“ zu beraten, um die staatliche Kontinuität nach der Gefangennahme des Präsidenten zu sichern. Welche Rolle sie nun spielen wird, ist angesichts der De-Facto-Machtübernahme der USA offen.<BR /><BR />In der Nacht auf Samstag hatte das US-Militär nach Angaben Trumps Venezuela angegriffen. Bei der Operation „Absolute Entschlossenheit“ hatten Eliteeinheiten dann Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefasst und außer Landes gebracht. Trump zufolge wurden beide per Hubschrauber auf das Kriegsschiff „Iwo Jima“ gebracht. Dieses habe dann Venezuela in Richtung New York verlassen. Wo Maduro und seine Ehefrau dann in ein Flugzeug stiegen, war zunächst unklar.<BR /><BR />In New York sind Maduro und dessen Ehefrau laut US-Justizministerin Pam Bondi angeklagt worden. Dem links-autoritären Staatschef werden unter anderem „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie „Verschwörung zum Kokainimport“ vorgeworfen.<BR /><BR />Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schlug vor, der venezolanische Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia solle die Verantwortung in Venezuela übernehmen. „Der bevorstehende Übergang muss friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen“, teilte Macron mit. „Wir wünschen uns, dass der 2024 gewählte Präsident Edmundo González Urrutia diesen Übergang rasch sicherstellen kann.“<BR /><BR />Später hieße es, Macron habe mit Machado telefoniert. Er unterstütze ihren Aufruf zur Freilassung und zum Schutz der politischen Gefangenen in Venezuela. Zudem könne Machado bei ihren Bemühungen um einen friedlichen Übergang auf die Unterstützung Frankreichs zählen. Die Oppositionspolitikerin bedankte sich auf X bei Macron. Sie hat ebenfalls die Einsetzung des Oppositionspolitikers González als Nachfolger von Maduro gefordert.<BR /><BR />Macron hob hervor, das venezolanische Volk können sich freuen, von der Diktatur Maduros befreit worden zu sein. Dieser habe die Würde seines eigenen Volkes schwer verletzt, schrieb Macron auf der Plattform X. Trump verbreitete Macrons Stellungnahme auf seiner eigenen Plattform Truth Social weiter.<BR /><BR />Der Oppositionskandidat González hatte nach den Präsidentschaftswahlen 2024 den Sieg für sich reklamiert, die USA und mehrere Länder Lateinamerikas erkannten ihn als Wahlsieger an. Als sich Maduro nach der von Betrugsvorwürfen begleiteten Wahl trotzdem für eine dritte Amtszeit vereidigen ließ, verließ González das Land. Macron schrieb, er stehe im Austausch mit Frankreichs Partnern in der Region. „Frankreich ist voll mobilisiert und wachsam, auch um die Sicherheit seiner Staatsangehörigen in diesen unsicheren Zeiten zu gewährleisten.“