Mittwoch, 20. März 2019

Verbreiten von Nacktfotos aus Rache wird Straftatbestand

Neue Zeiten, neue Sitten, neue Straftatbestände: Da es immer häufiger vorkommt, dass intime Fotos oder Videos aus Rache und ohne Einverständnis des oder der Betroffenen im Internet verbreitet werden, wird in dieser Woche in Rom über die Einführung eines neuen Straftatbestandes diskutiert.

Wenn der Ex-Partner intime Fotos im Netz verbreitet, kann das künftig in einer langen Haftstrafe enden.
Badge Local
Wenn der Ex-Partner intime Fotos im Netz verbreitet, kann das künftig in einer langen Haftstrafe enden. - Foto: © shutterstock

Wie SVP-Senatorin Julia Unterberger erklärt, liegen 2 Gesetzesvorschläge vor, einer von der 5 Sterne Bewegung und einer von Forza Italia.

„Der Gesetzesentwurf der Mehrheit setzt Strafen von 3 Monaten bis zu 3 Jahren für diejenigen vor, die gegen den Willen der Betroffenen Fotos oder Videos mit erkennbar sexuellem Charakter veröffentlichen. Handelt es sich beim Täter um den Ehemann oder Lebenspartner, so ist die Strafe auf 1 bis 4 Jahre erhöht“, erklärt die Senatorin.

Jeder Betreiber eines sozialen Netzwerkes ist demnach verpflichtet, auf Anfrage innerhalb von 24 Stunden die Filme oder Bilder aus dem Netz zu entfernen, ansonsten könne die oder der Betroffene andere Schutzmaßnahmen, die im Gesetzesdekret Nr. 196/2003 vorgesehen sind, in Anspruch nehmen.

Nach Inkrafttreten des Gesetzesvorschlages ergreift das Justizministerium Sensibilisierungsmaßnahmen zur Vorbeugung gegen obige Straftaten, die vor allem auch in Schulen durchgeführt werden sollen.

„Die Einführung dieser Straftat ist dringend nötig, zumal sich die Verbreitung von intimen Fotos und Videos in letzter Zeit häuft. Allein im Jahr 2018 sind in Italien 940 Fälle zur Anzeige gebracht worden. Der spektakulärste Fall ist jener der 5-Sterne-Kammerabgeordneten Giulia Sarti, der erst vor kurzem für große Aufregung gesorgt hat. In Ermangelung eines eigenen Straftatbestandes mussten sich die Gerichte mit dem Straftatbestand der Verleumdung oder des Stalkings behelfen. Es ist jedoch oft nicht einfach den konkreten Sachverhalt in obige Straftatbestände einzuordnen, zumal diese auf andere Umstände zugeschnitten sind. Daher ist es höchst an der Zeit, dass der Gesetzgeber tätig wird und einen eigenen Straftatbestand, eigene Strafen und Begleitungsmaßnahmen zum Gesetz einführt“, betont Unterberger abschließend.

stol

stol