Landesrat Bianchi will dabei vor allem die Rolle der Laurin-Stiftung geklärt wissen, die angeblich vier Millionen Euro jährlich in Südtirol verteilt. <BR /><BR />Anlass für Bianchis Eingabe ist eine Anhörung im Signa-Unterschuchungsausschuss des Landtags. Dort ließt ein Journalist am 27. Jänner mit brisanten Aussagen aufhorchen: Demnach gebe es seit einiger Zeit mehrere Stiftungen in Liechtenstein, die Bereiche der ethnisch-identitären Politik in Südtirol finanzieren. Darunter sei auch die Laurin-Stiftung, die vier Millionen Euro pro Jahr nach Südtirol überweise. Vertreter einer ethnisch-identitären Politik würden von diesen Finanzierungen einen Nutzen ziehen und auch politische Parteien. <h3> Kostspielige Plakatkampagnen im Visier</h3>Auf der Basis dieser Aussagen verlangt Bianchi Aufklärung von der Staatsanwaltschaft. Bei der Pressekonferenz wies der Forza-Italia-Landesrat darauf hin, dass in Südtirol teure Plakatkampagnen durchgeführt worden seien – wie etwa während Olympia. Da hatten die Schützen und der Heimatbund mit „Grüß Gott in Tirol“ auf Plakaten für Wirbel gesorgt. Somit stelle sich die Frage, ob solche Verbände und Organisationen tatsächlich selbst solche Kampagnen finanziert haben oder ob das Geld dafür nicht in Wirklichkeit aus dem Ausland stammt, meinte Bianchi. Es wäre schwerwiegend, wenn mit illegalem Geld aus dem Ausland „antiitalienische Aktivitäten“ in Südtirol finanziert werden, erklärte der Landesrat. Er werde deshalb auch die Regierung in Rom informieren, kündigte Bianchi an, der bei dieser Eingabe als einfacher Forza-Italia-Landtagsabgeordneter agiert. <h3> Rechtsanwalt Fava: Auch andere Straftaten möglich</h3>Rechtsanwalt <b>Federico Fava</b>, der Bianchi bei seiner Eingabe vertritt, wies darauf hin, dass nicht nur illegale Parteienfinanzierung, sondern auch andere Straftaten in Frage kommen wie Geldwäsche oder Bilanzfälschung. Auch betonte Fava, dass eine Stiftung einen Verein sehr wohl unterstützen dürfe, aber wenn hinter diesem Verein oder hinter der Stiftung eine Partei stehe – „wie ein Tarnschirm“, dann werde die Finanzierung strafbar. Denn dies wäre ein Verstoß gegen die Chancengleichheit und gegen die Transparenz bei den politischen Wahlen, erklärte Fava. .<h3> Stirner (Laurin-Stiftung): Völlig aus der Luft gegriffen</h3>Dass die Laurin-Stiftung vier Millionen Euro pro Jahr nach Südtirol überweist, ist „völlig aus der Luft gegriffen“, teilt <b>Walter Stirner</b> auf Anfrage mit. Stirner ist Kontaktperson der Laurin-Stiftung zu den kulturellen Vereinen in Südtirol. „Die Stiftung tut sicherlich nichts Ungesetzliches in Südtirol“, betont Stirner. Landesrat Christian Bianchi wolle sich mit seiner Eingabe offenbar profilieren. Die Laurin-Stiftung fördere in Südtirol seit Jahrzehnten das deutsche und ladinische Kulturleben – vor allem Musikkapellen und Chöre, aber auch Schützenkompanien. Weiters finanziere die Stiftung auch so einiges im Bereich der Denkmalpflege wie etwa Bildstöcke, zudem sei auch Geld bereitgestellt worden für die Restaurierung eines Pfarrkirchturmes und für Kirchenglocken. Jahrzehntelang habe die Stiftung insgesamt hunderten Bergbauern aus der Patsche geholfen und Kredite an sie vermittelt – bis zum Jahr 2010, berichtet Stirner. Damit habe man auch viele Höfe vor der Versteigerung retten können.<BR /><BR />Auch die <b>Süd-Tiroler Freiheit</b> weist die von Landesrat Christian Bianchi erhobenen Mutmaßungen im Zusammenhang mit angeblichen Auslandsfinanzierungen entschieden zurück. „Sollte die Staatsanwaltschaft Anlass für Untersuchungen sehen, werden die zuständigen Stellen ihre Arbeit machen“, schreibt die Süd-Tiroler Freiheit. Politische Gegner seien jedoch keine Straftäter, nur weil ihre Überzeugungen einem Landesrat nicht gefallen.<BR /><BR />„Landesrat Christian Bianchi sucht Schlagzeilen – der Schützenbund hat nichts zu verbergen“, schreibt hingegen Landeskommandant <b><Fett>Christoph Schmid</Fett></b>. Bianchi gehe es um die Sichtbarkeit – und zwar um die eigene. „Wer in der Sache nichts zu entgegnen hat, sucht sein Heil beim Staatsanwalt, genauer gesagt in der Schlagzeile über die Anzeige.