Sich für das Gemeinwohl einsetzen, das Wir vor das Ich stellen, füreinander da sein – das ist eine Lebenseinstellung, die unzählige Menschen im Bundesland Tirol und Südtirol auszeichnet. Aus diesem Grund wurden am Hohen Frauentag, Frauen und Männer aus Nord-, Ost- und Südtirol für ihr Engagement zum Wohle der Allgemeinheit von den Landeshauptleuten Arno Kompatscher und Günther Platter im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg vor den Vorhang geholt und mit Verdienstkreuzen, Verdienstmedaillen und Lebensrettungsmedaillen geehrt. Weiters wurde Hofbesitzer aus Nord-, Ost- und Südtirol das Recht verliehen, den Titel „Erbhof“ zu führen.9 Südtiroler wurden mit dem Verdienstkreuz geehrt, 29 Südtiroler erhielten für ihre unentgeltlichen, unbezahlbaren Dienst an Land und Leuten die Verdienstmedaille. Auch 7 Lebensrettungsmedaillen gingen nach Südtirol.Unbezahlbarer Einsatz„Ob in Kultur- und Sportvereinen, im Gesundheitswesen oder im Sozialbereich – in nahezu allen Lebensbereichen treffen wir tagtäglich auf Menschen, die ihre Zeit mit ihren Mitmenschen teilen, helfen, unterstützen, anpacken – sei es im Großen wie im Kleinen. Dieser Einsatz ist unbezahlbar und soll entsprechend gewürdigt werden“, betonte Günther Platter, Landeshauptmann des Bundeslandes Tirol, in seiner Festansprache. Er dankte auch den Partnern, Kindern und Freunden, denn „ohne ihr Verständnis, ihre Unterstützung und auch ihre Bereitschaft zum Verzicht wären die heute zu Ehrenden oft nicht in der Lage gewesen, das zu leisten, wofür sie heute ausgezeichnet werden.“„Solidarität, Hilfsbereitschaft und Achtsamkeit sind keine Selbstverständlichkeit. Daher ist es den Ländern Tirol und Südtirol ein gemeinsames Anliegen, diese Werte in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen,“ ergänzte Arno Kompatscher. „Wir tun dies, indem wir jenen Menschen, die diese Werte in besonderer Weise leben, danken und ihnen dafür Anerkennung zollen. Diese Frauen und Männer werden stellvertretend für die zahlreichen Ehrenamtlichen ausgezeichnet, die unbezahlbare Dienste für die Gemeinschaft leisten. Sie sind es, die nicht nur die eigenen Egoismen überwinden, sondern oft sogar so weit gehen, das eigene Leben zu gefährden, um anderen zu helfen“, so Südtirols Landeshauptmann. Dank den LebensretternGeehrt wurden auch Menschen, die andere in Not gerettet und mitunter ihre eigene Gesundheit oder ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. Sieben Menschen aus Südtirol bekamen als Zeichen der Anerkennung die Lebensrettungsmedaille. Jürgen Bergmann, Karl Zwigl, Lukas Bachmann und Daniel Bachmann von der Feuerwehr Winnebach erhielten die Medaille für ihren Einsatz bei dem Unwetter vom 5. August 2015 im Hochpustertal, bei dem sie sechs Menschen gerettet hatten. Andreas Marth rettete 2018 sieben Menschen aus einem brennenden Haus und half der Feuerwehr, weitere Personen zu retten.Für die Rettung eines vierjährigen Kindes, das 2019 im Hallenbad Naturns ins Wasser gefallen war, wurde Mara Scantamburlo die Lebensrettungsmedaille übergeben. Schließlich bekam auch der bereits 2018 nominierte Matteo Valorzi, der mit nur sechs Jahren 2017 seine Mutter bei einem Unfall aus dem Auto gezogen hat, die Medaille. „Für ihr selbstloses und mutiges Handeln, um anderen zu helfen, gebührt ihnen besonderer Dank“, sagte Kompatscher. Diese 9 Südtiroler erhielten das Verdienstkreuz: Priester Reinhard Demetz, Jahrgang 1936, gilt als begabter Seelsorger, zuerst in der Jugendarbeit und danach in der Erwachsenenarbeit. Er hat die katholische Jugendarbeit in Südtirol aufgebaut, war Gründungsmitglied der SKJ, Schriftführer von Jugendzeitungen und Direktor von Radio Grüne Welle. Zudem war er von 1968 bis 2000 Direktor des Bildungshauses Lichtenburg in Nals und seit 2001 geistlicher Rektor des Bildungshauses. Zudem war er in der Seniorenarbeit und Krisenberatung tätig. Er gilt als Fachmann in Fragen zur Lebensorientierung und des Glaubens.Karl Fink aus Bozen, Jahrgang 1942, wird um seine Verdienste für das Sozialwesen geehrt. Das Gründungsmitglied der SVP-Arbeitnehmer war lange Zeit im Landes- und Gemeindesozialausschuss aktiv, brachte sich im Landesschulrat ein und ist seit 45 Jahren Mitglied der Vinzenzgemeinschaft. Er betreut alte und arme Menschen im Altersheim und in deren Zuhause und war ein Viertel Jahrhundert lang Gefangenenbetreuer im Bozner Gefängnis.Der Bozner Sportlehrer Heinz Gutweniger, Jahrgang 1943, hat sich um Südtirols Sport verdient gemacht. Der „Handballpapst“ wie er respektvoll genannt wird, war von 1969 bis 1994 Gründungspräsident und danach Präsident des Landeshandballverbandes. Seit 1993 ist er CONI-Landesverbandspräsident. 30 Jahre lang war er zudem Handballreferent im VSS.Regina Holzer, Jahrgang 1941, aus Sexten wird für ihr soziales Engagement – vor allem für Familien – geehrt. Sie war jahrzehntelang für den Katholischen Familienverband KFS tätig – speziell als Leiterin des KFS Sexten. Sie war treibende Kraft hinter dem Pustertaler Familientag. Seit 1982 war die KFS-Bezirksleiterin mit 40 Zweigstellen und schließlich Vizepräsidentin im Zentralausschuss der KFS-Landesleitung. Zudem engagierte sie sich für das Haus der Familie am Ritten, für Frauen helfen Frauen sowie für das Haus der geschützten Wohnungen in Bozen.Ebenfalls für ihre sozialen Verdienste – vor allem für den Verein für Kinderspielplätze und Erholung (VKE), wird Fernanda Mattedi Tschager, Jahrgang 1941, ausgezeichnet, dessen Mitbegründerin und erste Vorsitzende sie war. Ab 2010 war sie VKE-Landesvorsitzende, 9 Jahre lang war sie ehrenamtliche Richterin am Jugendgericht. Seit 2007 ist sie Sprecherin des Fachkreises Interkulturalität des Sozialsprengels Neumarkt und Verantwortliche des Projekts Hausaufgabenhilfe für Schüler mit Migrationshintergrund. Seit 2016 sitzt sie in der Steuerungsgruppe „Salurn macht’s vor“.Der ehrenamtliche Einsatz des Brixners Walter Mitterrutzner, Jahrgang 1941, ist ein vielfältiger. Er war u.a. Gründungspräsident des Dachverbandes für Gesundheit und Soziales, stellte sich 15 Jahre in den Dienst des Südtiroler Kinderdorfs, seit 2004 als Obmann, war für die SVP tätig, war Präsident des Tourismusvereins Rodeneck, im Ausschuss der Musikkapelle Natz und Präsident des Kulturvereins Brixen. Zudem war Mitterrutzner Mitglied des Pfarrgemeinderates Natz-Schabs und Verwaltungsrat der Genossenschaft Efeu Brixen.Renate Mühlögger Tschager, Jahrgang 1957, aus Bozen wird für ihre Verdienste um die Kinderkrebshilfe Peter Pan geehrt. Sie zählt zu den Gründungsmitgliedern und ist seit 1993 in diesem Verein aktiv, war Präsidentin von 2003 bis 2015 und arbeitet immer noch in der Hilfsorganisation mit.Für ihr Engagement für Bäuerinnen und Landwirtschaft bekommt Hiltraud Neuhauser Erschbamer, Jahrgang 1957, das Verdienstkreuz. Sie war Ortsbäuerin-Stellvertreterin, Bezirksbäuerin-Stellvertreterin. und Landesbäuerin-Stellvertreterin und schließlich 8 Jahre lang Landesbäuerin. Zudem war sie u.a. im Verein Sortengarten Vielfalt, im Verein Arche Noah sowie in der Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen wachsen und leben“ aktiv.Johann Passler, Jahrgang 1942, Ex-Bürgermeister von Niederdorf (1979-2010), ist bereits Träger der Verdienstmedaille des Landes Tirol. Für 60 Jahre Ehrenamt wird ihm nun das Verdienstkreuz zuteil. Er war Leiter der Musikkurse Oberwielenbach, ist seit 32 Jahren Vizepräsident des Fischereivereins Percha, Tourismusvereinspräsident von Percha, in der Landesleitung des Familienverbandes aktiv u.a. als Vizepräsident; zudem stand er dem Pfarrgemeinderat 24 Jahre lang vor, ist Ausschussmitglied des Vereins „Freunde der Eisenbahn“ seit 2007 und Autor mehrerer Bücher.Unter den Verdienstkreuz-Trägern des Landes Tirol befindet sich auch Helmut Groschup. Der freie Mitarbeiter der „Dolomiten“-Kulturredaktion wurde von der Landesregierung des Bundeslandes Tirol für die Auszeichnung vorgeschlagen.Die Liste und Vorstellung jener Südtiroler, die eine Verdienstmedaille erhielten, gibt es hier: Verdienstmedaillen.pdf 63,71 kB stol