Auch die aktuellen politischen Entwicklungen würden mehr Aufmerksamkeit verdienen. Während Ungarns Premier Viktor Orbán sehr zu Recht hart kritisiert wird, übersieht man gerne, dass sich der Putinismus derzeit nirgends so laut zu Wort meldet wie im strategisch wichtigen, an die Ukraine grenzenden EU- und NATO-Mitglied Slowakei. <b>Von Bernd Posselt</b><BR /><BR />Der Premier Robert Fico (60, SMER), einst Sozialdemokrat, hetzt nicht nur gerne im russischen Propagandafernsehen gegen westliches Bündnis und liberale Demokratie – er hat jetzt schon angekündigt, den 8. Mai 2025, den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, in Moskau und an der Seite von Kremlchef Wladimir Putin zu begehen. Seiner anti-europäischen Koalition gehören Erben Stalins wie auch jener slowakischen Faschisten an, die vor 1945 enge Verbündete Hitlers und Mussolinis waren.<BR /><BR />Dabei fasziniert das kleine Land zwischen Donau und Karpaten nicht nur kulturell und landschaftlich, es bringt auch bis heute große pro-europäische Persönlichkeiten mit tiefen christlichen Wurzeln hervor. Dieses Lager ist aber seit längerem stark zersplittert, und auch die Liberalen sind geschwächt, seit die Staatspräsidentin aus ihren Reihen, Zuzana Caputova (51), zermürbt aufgab. Was verständlich wird, wenn man sieht, dass der Bürgermeister einer großen slowakischen Gemeinde 55.000 Euro sammelte und der russischen Regierung überbrachte – zum Wiederaufbau der „von den ukrainischen Faschisten besetzten Region Kursk“. <BR /><BR />Noch skurriler ist die Hetze gegen den früheren Staatspräsidenten Rudolf Schuster (90), dessen Museum in seiner karpatendeutschen Heimatgemeinde Metzenseifen/Medzev die regierenden Nationalisten schließen wollen. <BR /><BR />Die Slowakei bedarf jedenfalls einer intensiven Beobachtung und Unterstützung gegen Nationalisten und Kommunisten.