Mittwoch, 20. Januar 2021

Vereidigung zum US-Präsidenten: Was frühere Zeremonien besonders machte

Mit Joe Biden wird an diesem Mittwoch der 46. Präsident der USA vereidigt. Wir zeigen einen Überblick auf historische Vereidigungen in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Ein mittlerweile bekanntes Bild des „Inauguration Day“ in Washington. Aber nicht immer wurde der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hier vereidigt.
Ein mittlerweile bekanntes Bild des „Inauguration Day“ in Washington. Aber nicht immer wurde der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hier vereidigt. - Foto: © APA/afp / SUSAN WALSH
Was von früheren Zeremonien in Erinnerung blieb:

Die erste Vereidigung:

Geschah in New York City, damals für kurze Zeit Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Als erster Präsident wird am 30. April 1789 George Washington ins Amt eingeführt.

Kein Mann vieler Worte:

Wortkarg gibt sich George Washington bei seiner zweiten Vereidigung am 4. März 1793 in Philadelphia, das mittlerweile Hauptstadt ist – er spricht ganze 135 Wörter.

Erstmals in Washington:

Thomas Jefferson bricht 1801 mit der Tradition, indem er zu Fuß zur Zeremonie kommt und nicht per Pferdegespann. Die US Marine Band, die Vereidigungen noch heute musikalisch begleitet, spielt zum ersten Mal.

Die längste Antrittsrede – mit tragischen Folgen:

Die längste Antrittsrede hält Präsident William Henry Harrison 1841 – zwei Stunden spricht er bei eiskaltem Wind. Einen Monat darauf stirbt er an einer Lungenentzündung.

Erstmals Afroamerikaner unter den Gästen:

Afroamerikaner dürfen erstmals einer Vereidigung beiwohnen, als Abraham Lincoln 1865 die zweite Amtszeit antritt. Sein politisches Vermächtnis: die Abschaffung der Sklaverei.

Tüchtig bis zur letzten Minute:

Kein Interesse an der Vereidigung von Ulysses S. Grant zeigt dessen Vorgänger Andrew Johnson 1869. Er nutzt seine letzten Stunden im Weißen Haus, um noch Gesetze zu unterschreiben. Auch Donald Trump will der Zeremonie in diesem Jahr fernbleiben.

Wilson und die Frauen:

Frauen nehmen bei der Vereidigung von Präsident Woodrow Wilson 1917 zum ersten Mal an der Parade teil. 1914 hatte er den zweiten Sonntag im Mai offiziell zum Muttertag erklärt.

Erstmals live im Radio zu hören ist die Amtseinführung für Calvin Coolidge 1925.

Erstmals im Fernsehen übertragen wird die Zeremonie für Harry Truman 1949.

Vereidigung im Flugzeug:

In einem Flugzeug vereidigt wird am 22. November 1963 der bisherige Vizepräsident Lyndon B. Johnson. Kurz zuvor war John F. Kennedy nach nur 1036 Tagen im Amt ermordet worden.

Im Internet live zu verfolgen ist 1997 zum ersten Mal der Beginn der zweiten Amtszeit Bill Clintons.

Großes Publikum:

Die meisten Teilnehmer hat Barack Obama als erster schwarzer Präsident bei seiner ersten Vereidigung 2009. Nie hatte irgendeine Veranstaltung in Washington mehr Teilnehmer – etwa 1,8 Millionen.

dpa