Mittwoch, 11. Juli 2018

Vereinbarung für Matura über der Lehre genehmigt

Die Landesregierung hat am vergangenen Dienstag eine Vereinbarung genehmigt, welche die Rahmenbedingungen für die 2-jährige, berufsbegleitende Lehre mit anschließender Matura zwischen Arbeitgeber und Berufsschule festhält. Dieser Bildungsweg steht jungen Menschen offen, die eine 4-jährige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und nun ihren bisherigen Bildungsweg mit der staatlichen Matura ergänzen möchten.

Über die Lehre zur Matura: Das ist in Südtirol auch möglich, ohne die Arbeitsstelle aufzugeben. - Foto: lpa/J. Pernter
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Über die Lehre zur Matura: Das ist in Südtirol auch möglich, ohne die Arbeitsstelle aufzugeben. - Foto: lpa/J. Pernter

Im Schuljahr 2018/19 startet der entsprechende berufsbegleitende Lehrgang, der 2 Jahre dauert. 7 von 9 jungen Bewerbern haben die Zugangshürde gemeistert und beginnen im kommenden Herbst mit der Ausbildung, ohne dass sie ihr Berufsleben vorübergehend aufgeben müssen.

Für Bildungslandesrat Philipp Achammer ist diese neue Möglichkeit „ein Meilenstein in der Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der Ausbildung". Gleichzeitig werte diese zusätzliche Chance die Lehre auf. Ziel dieses Angebots sei, dass sich Jugendliche nach der Mittelschule nicht zwischen praktischer Ausbildung oder Matura entscheiden müssen, sondern dass ein „Sowohl-als-auch“ möglich ist, betont der Landesrat. 
Während der berufsbegleitenden Ausbildung sind die Jugendlichen in den ersten 3 Semestern von Montag bis Donnerstag an ihrem Arbeitsplatz, am Freitag und Samstag besuchen sie den Lehrgang. Im vierten und letzten Semester hingegen verschiebt sich das Verhältnis zwischen Bildungstagen und Arbeitstage auf jeweils 3 und 3. Die Sozialpartner haben dafür einen eigenen Kollektivvertrag ausgearbeitet, der diese Form der Lehre bezüglich ihrer Rechte und Pflichten regelt.

Landesverband der Handwerker bezieht Stellung 

„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Durchlässigkeit des Berufsbildungssystems. Wir kämpfen seit vielen Jahren für die Stärkung der dualen Ausbildung und den Anschluss an andere Bildungswege. Für uns gilt das Prinzip: kein Abschluss ohne Anschluss sprich jede Bildungsstufe soll eine weitere Karrierestufe erlauben. Viele Eltern wissen das noch nicht und betrachten die Berufslehre als eine Art Sackgasse, was sie aber keinesfalls ist“, betont lvh-Präsident Gert Lanz. 

Vorzeigebeispiel bildet die Schweiz, wo die Berufsbildung hohes Ansehen genießt. „Mit der Aufwertung des dualen Bildungssystems ergeben sich neue Chancen für alle jene, die sich für eine Lehre entscheiden. Ich hoffe, dass sich zukünftig viel mehr junge Menschen für das vielseitige Handwerk entscheiden“, sagt Lanz.

stol/lpa

stol