Montag, 17. August 2020

Kleinkindbetreuung: Verhandlungen dauern an

Das „Spiel“ um den Landeszusatzvertrag für die Kleinkindbetreuer geht in die nächste Verlängerung. Der Landesverband der Sozialberufe und die Allianz für Familie haben ihren Unmut über die Verhandlungen des Landeszusatzvertrags für die Kleinkindbetreuer geäußert. Sie fordern bessere Löhne für die Kleinkindbetreuer.

Die Verhandlungen für den Landeszusatzvertrag für die Kleinkindbetreuer dauern an.
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Die Verhandlungen für den Landeszusatzvertrag für die Kleinkindbetreuer dauern an. - Foto: © shutterstock
Marta von Wohlgemuth, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Sozialberufe und Christa Ladurner, Allianz für Familie, zeigen offen ihr Unverständnis für die schleppende Weiterarbeit an den Verbesserungen der Kollektivverträge beziehungsweise den Verhandlungen des Landeszusatzvertrages für Kleinkindbetreuer.

„Seit mehreren Jahren verfolgen wir das Thema der schlechten Bezahlung der Kleinkinderbetreuer, konkret rührt sich kaum was“, sagt Marta von Wohlgemuth. „Folge ist, dass regelmäßig Betreuer ihren Job an den Nagel hängen und die kleinen Kinder dadurch eine wichtige Bezugsperson verlieren. Diese prekäre Situation kann doch in niemandes Interesse sein“, meint Christa Ladurner von der Allianz für Familie.

„Gerade jene, die sich täglich um die Kleinsten bemühen, befänden sich mit 1100 bis 1200 Euro Einkommen weiterhin am untersten Ende der Lohnskala, das sei beschämend, so Ladurner weiter.

„Wir wollen endlich Fakten, genug der Vertröstungen!“


Im Jahr 2019 hat es mehrere Treffen zwischen den Gewerkschaftsvertretern und den Arbeitgeberverbänden gegeben, welche das Ziel hatten, ein territoriales Abkommen für die Anpassung der Gehälter der Kleinkindbetreuerinnen abzuschließen.

Unter anderem hat es im November 2019 ein Treffen gegeben, an dem der Landesverband der Sozialberufe mit Vertreter der Berufsgruppe und die Genossenschaftsverbände teilgenommen hatten und den Parteien die Möglichkeit gegeben wurde die eigenen Forderungen und Argumente vorzubringen.

Im Dezember 2019 hat Landesrätin Waltraud Deeg zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen und wieder betont, dass das Ziel des Treffens die Weiterführung der Verhandlungen für die territoriale Anpassung der Gehälter für die Kleinkindbetreuer sei, welche in den Kleinkindertagesstätten in Südtirols tätig sind.

Das Ergebnis des Treffens im Dezember war, die gewerkschaftlichen Verhandlungen umgehend weiterzuführen, da es bereits zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen gekommen ist und sich die Genossenschaften und deren Mitarbeiter umgehend eine Verbesserung erwarten.

„Spiel geht in die nächste Runde“

Die Landesrätin hat in einer Presseaussendung am 21. Juli
mitgeteilt „Ich kann nicht verhandeln“ und hat den „Ball“ den Sozialpartnern zugespielt, die den Landeszusatzvertrag verhandeln sollen. Prompt meldete sich die Gewerkschaft AGB / CGIl zu Wort und reichte die Aufgabe an die Arbeitgeberseite, den Genossenschaftsverbände weiter.

„Jetzt liegt der Schwarze Peter wieder bei der Arbeitgeberseite, beziehungsweise den Genossenschaftsverbänden und das Spiel geht in die nächste Runde“, betonen die Vertreterinnen des Landesverbandes der Sozialberufe und der Allianz für Familien einer Presseaussendung.

Der Landeszusatzvertrag für die Kleinkindbetreuer ist immer noch nicht verhandelt, die Verantwortung, wird von einem zum anderen weitergereicht und es sei schwer zu verstehen und nicht nachzuvollziehen, wer hier auf der Bremse steht. Diese werden über kurz oder lang die Verantwortung übernehmen müssen, wenn Kleinkindbetreuer andere berufliche Alternativen suchen und somit nicht mehr zur Verfügung stehen werden“, so Marta von Wohlgemuth.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Christa Ladurner: „Eltern wünschen sich für ihre Kinder stabil Bezugspersonen, die ein Auskommen mit ihrem Einkommen haben. Alles andere ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.“


jno